Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Innovationskraft und das Aufstiegsversprechen unserer sozialen Marktwirtschaft – diese Grundpfeiler haben in den vergangenen Jahrzehnten für Wohlstand, für Stabilität und für Fortschritt in unserem Land gesorgt. Heute trägt mein Ministerium, das Ministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Verantwortung für die Stärkung genau dieser Grundpfeiler. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, bedarf es Reformbereitschaft und Reformfähigkeit, und es bedarf der Bereitschaft, Schwerpunkte zu setzen. Das gilt auch und gerade in Zeiten finanziell begrenzter Mittel.
Unsere Schwerpunkte sind hierbei klar: bessere Bildung, starke Familien und resiliente Demokratie. Mit einer besseren Bildung sichern wir gerechte Chancen für jedes Kind in unserem Land, erfüllen das individuelle Aufstiegsversprechen und stärken die Innovationskraft unseres Landes. Zugleich erfüllen wir damit übrigens auch die Erwartungen der Menschen: Laut der neuesten Umfrage sind für rund 71 Prozent der Bundesbürger gerechte Bildungschancen das absolute Topthema. Dafür brauchen wir einen gelingenden und zeitgemäßen Bildungsföderalismus und eine gute Kooperation zwischen Bund, Ländern und Kommunen.
Ein Beispiel ist das Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz. Mit den Landesministerinnen und Landesministern stehe ich in einem engen Austausch, bei der zentralen Zielsetzung sind wir uns einig geworden. Aktuell erarbeiten wir dazu den Referentenentwurf.
Ein weiteres Beispiel ist der Digitalpakt 2.0, ein Meilenstein. Nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen Bund und Ländern stehen 5 Milliarden Euro für die Digitalisierung unserer Schulen, für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung.
Das Startchancen-Programm setzen wir fort. Damit stärken Bund und Länder nicht nur mehr als 4 000 Schulen, sondern vor allem auch Schülerinnen und Schüler mit schlechteren Startchancen.
Als Bildungsministerium gestalten wir auch die Transformation unserer Wirtschaft in der beruflichen Bildung. Unsere Qualitätsoffensive ist dabei ein zentraler Baustein.
Doch was wäre all das, was wären all diese Programme ohne die Menschen, die in Schulen und in Kitas arbeiten? Ich will an dieser Stelle einen großen Dank den Schulleitungen, den Lehrkräften und dem sonstigen Personal an unseren Schulen aussprechen und ihnen für ihre tägliche Arbeit danken.
Unser Land, meine Damen und Herren, braucht starke Familien. Sie sind Grundlage für unser Miteinander. Für die Bundesregierung bedeutet das eine gute und verlässliche Kinderbetreuung. Es bedeutet, wirtschaftliche Stabilität von Familien zu verbessern. Es bedeutet, an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterzuarbeiten. Schwerpunkt unserer Arbeit ist im Augenblick die Reform des Elterngeldes. Aber Familien brauchen auch Schutz und Orientierung in einer sich rasant verändernden Welt.
Es ist gut, dass der Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt mittlerweile breit in der Gesellschaft diskutiert wird, dass wir das auf Basis wissenschaftlicher Expertise tun. Ich freue mich, dass dieses Thema inzwischen deutlichen Rückenwind aus beiden Regierungsfraktionen erhält. Die von mir eingesetzte Expertenkommission erarbeitet konkrete Handlungsempfehlungen. Erste Ergebnisse werden noch vor dem Sommer vorliegen.
Eine resiliente Demokratie erfordert, meine Damen und Herren, vorbereitet zu sein. Deshalb bringen wir in diesem Jahr einen Gesetzentwurf für einen neuen Gesellschaftsdienst auf den Weg. Dieser soll die Gesellschaftsdienste weitgehend gemeinsam regeln. Falls die Wehrpflicht kommen sollte, wollen wir damit schon die Basis für einen modernen Zivildienst geschaffen haben.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, jetzt kommt es darauf an, die strategischen Weichen für die Zukunft unserer Gesellschaft zu stellen: für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt, für mehr Innovationskraft, aber eben auch für das individuelle Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft, für ein Deutschland der Stabilität. – Ich freue mich auf Ihre Fragen.