Herr Kollege Henke, das ist die Gelegenheit, noch mal darauf hinzuweisen, wo das deutsche Gesundheitssystem tatsächlich sehr stark ist, nämlich unter anderem bei den Laborkapazitäten. Es gibt angesichts dessen, was wir bisher weltweit an Ausbruchsgeschehen sehen, außer Südkorea im Grunde kein anderes Land, das so frühzeitig so umfassend hat testen können. Viele andere Länder – selbst G-7-Partnerländer – haben weiterhin nur ein oder zwei Institutionen im Land, die überhaupt Tests durchführen.
Wir haben flächendeckend Tests verfügbar, auch durch die Laborkapazitäten der vertragsärztlichen ambulanten Versorgung. Das heißt eben auch, dass wir viel früher erkennen konnten, was sich in Deutschland entwickelt. Wenn ich manchmal lese, wir wären irgendwie eine Woche hinter Italien, dann muss ich sagen: Wir müssen davon ausgehen – das sagen uns die Experten –, dass es in Italien durchaus viel Ausbruchsgeschehen gegeben hat, bevor es erkannt wurde. Wir haben durch unsere Labor- und Testkapazitäten und die Tatsache, dass die Tests sehr frühzeitig von den Kassen bezahlt wurden, sehr frühzeitig erkennen können, wie das Infektionsgeschehen in Deutschland ist, und deswegen eine etwas andere Ausgangslage. Das ist eine Stärke unseres Systems. Wir haben auch viele Testkits, und da, wo Länder in Europa Hilfebedarf haben, unterstützen wir sie auch – auch über Europa hinaus.