Danke schön. – Lieber Herr Minister Müller, wir haben ja gerade schon über das Lieferkettengesetz gesprochen, und Sie haben in Ihrer Antwort auf die Frage des Kollegen Holtz das Zusammenleben von Mensch, Tier und Natur erwähnt. Lieferketten sind ja keine Einbahnstraße; man sollte sie vielleicht in beide Richtungen denken. Jetzt exportieren mit Bayer und BASF zwei deutsche Firmen Pestizide, die sie in Deutschland herstellen, in Länder des globalen Südens. Das sind Pestizide, die in Europa aus Umwelt- und Gesundheitsgründen explizit verboten oder nicht mehr zugelassen sind. Das sind Wirkstoffe, die Missbildungen an Embryonen hervorrufen oder krebserregend sein können. Frankreich hat eine Regelung, so etwas zu unterbinden. Laut Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes haben wir mit § 25 des Pflanzenschutzmittelgesetzes alle Mittel in der Hand, diese Doppelstandards abzuschaffen.
Setzen Sie sich dafür ein, dass Substanzen, die bei uns aus guten Gründen nicht mehr auf den Acker kommen, nicht mehr in Länder des globalen Südens verkauft werden? Ich denke, Unternehmen, die das tun, verletzen damit ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten. Sind Sie diesbezüglich in Kontakt mit Ihrer Kollegin Julia Klöckner im Landwirtschaftsministerium?