Herr Kollege Ernst, ich kann nur darauf verweisen, dass das RKI, das in diesem Fall sicherlich eine unbestrittene Kompetenz hat, uns darauf hinweist, dass bei 80 Prozent der Infektionen nicht bekannt und nicht nachweisbar ist, wo sie stattgefunden haben. Das ist ein Faktum, das wir nicht leugnen können. Deshalb steht die Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin vor der Frage, wie sie verhältnismäßig mit der Notwendigkeit der Einschränkung von Kontakten umgeht.
Im Übrigen: Das Infektionsgeschehen hat sich in den letzten zehn Tagen erheblich beschleunigt. Wir sind im Wochenvergleich von einer Zuwachsrate von 50 Prozent zu einer Zuwachsrate von fast 100 Prozent gekommen. Das ist ein enormes exponentielles Wachstum, und deshalb war es notwendig, diese Konferenz kurzfristig einzuberufen. Ich habe in den letzten drei Tagen, seit dies bekannt ist, eine Fülle von Briefen, Anregungen, E-Mails aus dem parlamentarischen Bereich bekommen. Es hatten alle Fraktionen Gelegenheit zu Fraktionssitzungen. Die Bundeskanzlerin hat im Übrigen in einer Telefonschaltkonferenz mit den Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien diese Fragen diskutiert und Anregungen aufgenommen.