Sehr geehrter Herr Dr. Kippels, Sie haben mich ja direkt angesprochen. Natürlich haben wir uns in der Region auch neu entstandene Dörfer angeschaut, in denen Menschen unterbracht wurden, die vertrieben und enteignet worden sind.
Dazu darf Ihnen etwas erzählen. Ich empfehle Ihnen beispielsweise, sich einmal das Theaterstück „Verschwindende Orte“ anzuhören, das es jetzt beim WDR auch als Hörspiel gibt. Dort kommen die von Enteignung und Vertreibung Betroffenen tatsächlich zu Wort. Die werden Ihnen erzählen, wie es ist, wenn man in eine neue Siedlung kommt: Dann sind das nicht mehr die gleichen Bäume, sondern die sind vielleicht gerade neu gepflanzt worden. Man hat nicht mehr seinen Garten, und man hat auch nicht mehr das Haus, das man sich selbst gestaltet hatte.
Das ist die Problematik. Sie sagen, das sei sozialverträglich, aber ich sage Ihnen: Das sind Umsiedlungen; das sind Enteignungen und Vertreibungen, die ohne Not stattfinden, und die nicht notwendig wären. Sie wären auch laut dem Gutachten, das im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde, nicht notwendig. Das heißt, man könnte diesen Kohleausstieg hinbekommen, ohne noch ein einziges Dorf abzubaggern.
Lassen Sie also den Menschen ihre Heimat. Diese Vertreibungen sind unnötig!