Herr Müller, wenn Sie sagen: „Hier müssen Menschen die Zeche zahlen, wenn sie 90 Prozent ihres Einkommens bekommen“, würde ich das gerne mal umdrehen: 90 Prozent werden aus Steuermitteln auf Kosten der Gemeinschaft übernommen.
Das ermöglicht, dass die Eltern eben nicht Homeschooling und Homeoffice miteinander vereinbaren müssen, sondern dass sie sagen können: Wenn ich mein Kind während der Kitazeit, die ich nicht in Anspruch nehmen kann, und während der Schulzeit betreuen muss, dann habe ich die Möglichkeit, auch das Homeoffice sein zu lassen und mich voll auf mein Kind zu konzentrieren. Das ist ja ein wesentlicher Unterschied, eine Lehre aus dem letzten Jahr.
Wir haben nicht gesagt, dass man das in Anspruch nehmen muss, sondern es ist eine Möglichkeit. Es ist die Möglichkeit, um eben nicht den Arbeitgebern aufzuerlegen, dass sie das komplett übernehmen müssen. Das war auch ein Abwägungsprozess in der Koalition, inwieweit die Wirtschaft noch mal stärker dadurch belastet wird. Die Arbeitgeber sind auch in einer schwierigen Situation. Wir haben uns deshalb entschieden, eine Regelung über eine Unterstützung aus Steuermitteln zu treffen, die die Arbeitgeber nicht noch mal über Gebühr belastet, sondern besagt: Wir geben den Familien diese Unterstützung aus der Gemeinschaft, aus Steuergeldern, in einer großen Höhe. Für diese 90 Prozent können sie eben mit ihren Kindern zu Hause bleiben, können sie betreuen und müssen das alles nicht mit Homeoffice unter einen Hut bringen. Ich glaube, das ist erst mal eine deutliche Entlastung der Situation. Man kann immer sagen: „Es muss noch mehr sein“, aber ich will darauf hinweisen, dass wir hier schon einen Schritt gegangen sind, der Familien wirklich in Millionenhöhe entlastet.