Eben. Deshalb haben wir ein eigenes, und zwar ein vitales Interesse daran, auch bei zukünftigen Einsätzen mit den Menschen, die für uns gearbeitet haben, verantwortungsvoll umzugehen. Es wird auch nicht am Geld scheitern, die Menschen rechtzeitig aus Afghanistan rauszubekommen.
Ich will nur mal ein Beispiel nennen. Es ist auch darüber gesprochen worden, Sonderflüge zu organisieren. Allerdings hat man davon Abstand genommen, weil es ganz einfach auch in Afghanistan ein schwieriges Bild abgäbe, wenn Menschen in Afghanistan, jetzt mal unabhängig von der Begründung, die nachvollziehbar ist, sozusagen flugzeugweise das Land verließen, auf der Flucht wären. Deshalb hat uns die afghanische Regierung immer sehr, sehr deutlich gesagt, dass sie das unterstützt, aber dass wir bitte darauf achten sollen, dass kein Eindruck entsteht, der darauf hinausläuft, dass jetzt die große Flucht aus Afghanistan, aus Kabul beginne.
Auch viele Mittlerorganisationen, die weiter dort vor Ort sind, die wir auch vor Ort brauchen werden, haben uns darum gebeten, mit dem Thema so umzugehen, dass in Afghanistan nicht eine Diskussion darüber entsteht, ob es jetzt einen Run darauf gibt, dass möglichst viele das Land verlassen, insbesondere die Kräfte, die dort in den Mittlerorganisationen gebraucht werden. Deshalb haben wir es ja darauf beschränkt, dass nur diejenigen, die unmittelbar für die Bundeswehr gearbeitet haben, von den Angeboten, die wir machen, Gebrauch machen können.
Ich will nur sagen, auch wenn das aus hiesiger Sicht vielleicht schwieriger nachzuvollziehen ist: Wenn in Afghanistan Bilder entstehen, dass immer mehr Menschen das Land verlassen, ist das etwas, was auch zu einer Vertrauenskrise in diesem Land führen kann. Deshalb versuchen wir, den Menschen, die wirklich einer Gefährdung ausgesetzt sind, die nachgeprüft ist, die bewiesen ist, die Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen, schnellstmöglich zu gewährleisten.