Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Gäste!
In manchen Großstädten gibt es ganze Straßenzüge mit Schrottimmobilien, in denen Migranten nur aus einem Grund wohnen: Weil sie für ihre Kinder, die gar nicht in Deutschland leben, Kindergeld auf deutschem Niveau beziehen.
Mit exakt diesen Worten wies der frühere SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel bereits 2016 auf ein Problem hin,
das aus unserer Sicht, aus Sicht der AfD-Fraktion, nicht die Menschen in den Schrottimmobilien verursacht haben, sondern Sie: die Politiker, die schon länger hier sitzen.
Was ist das konkrete Problem? In Deutschland gibt es rund 200 Euro Kindergeld je Kind. Auch Ausländer haben diesen Anspruch,
sobald sie hier gemeldet sind. Sie erhalten das Kindergeld aber nicht nur für ihre hier lebenden Kinder, sondern auch dann, wenn sie ihre Kinder in der Heimat zurückgelassen haben. Der Fachbegriff dafür lautet „Export von Familienleistungen“. Das wird uns nicht etwa durch nationales Recht vorgeschrieben, sondern durch eine Verordnung der Europäischen Union.
Infolge dieser Verordnung hat sich das deutsche Kindergeld zu einem wahren Exportschlager entwickelt.
Denn in nicht wenigen EU-Staaten – gerade in Osteuropa – ist das deutsche Kindergeld eine signifikante Einkommensquelle. Nehmen wir nur Rumänien als Beispiel: Das durchschnittliche monatliche Einkommen dort liegt im Hotelwesen bei 258 Euro, im Baugewerbe bei 321 Euro. Hätte man nur das deutsche Kindergeld für zwei Kinder, würde man dort im Monat 400 Euro zur Verfügung haben.
Da darf man sich über den zunehmenden und von Gabriel zu Recht kritisierten Sozialtourismus nach Deutschland nicht wundern. Und die Zahlen der Bundesregierung belegen das. Seit 2010 haben sich die Kindergeldüberweisungen auf ausländische Konten nahezu verzehnfacht.
Allein im vergangenen Jahr wurden 343 Millionen Euro direkt auf ausländische Konten überwiesen.
Die von uns kritisierte Regelung ist aber nicht nur ein massiver Anreiz zur Einwanderung in unser Sozialsystem, sie ist auch höchst ungerecht. Denn mit dem Kindergeld wird in erste Linie das Ziel verfolgt, die Eltern beim Aufziehen von Kindern finanziell zu entlasten. Der Aufwand der Kindererziehung ist aber nicht überall gleich, sondern hängt von den Lebenshaltungskosten vor Ort ab. Die können anderswo in der EU wesentlich niedriger sein als in Deutschland.
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EU-Ausländer, deren Kinder in Rumänien leben, aber deutsches Kindergeld erhalten, werden damit faktisch bessergestellt, und das ist nichts anderes als Diskriminierung zulasten hier lebender Kinder und deren Eltern.
Die Bundesregierung kennt das Problem seit langem und hat sogar einen Gesetzentwurf zur Anpassung des Kindergeldes an die Lebenshaltungskosten vor Ort vorbereitet. Sie sagt in diesem Gesetzentwurf: 160 Millionen Euro könnten damit jährlich eingespart werden. – Allerdings wurde der Gesetzentwurf nie eingebracht. Frau Nahles von der SPD und auch Herr Schäuble von der CDU waren dagegen.
– Sie haben es gerade gesagt: Man wollte keinen nationalen Alleingang, sondern abwarten, bis die EU eine Lösung gefunden hat.
Die zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen ließ aber mehrfach ausrichten, dass die bestehenden Regeln fair seien, und 160 Millionen Euro wären ohnehin nur Peanuts. Da muss man sich nicht wundern, wenn diejenigen, die heute Kritik an Brüssel üben, morgen anfangen, Brüssel zu bekämpfen.
Dabei zeigt Österreich im Übrigen, dass man sich von der EU nicht demütigen lassen muss. Die dortige Regierung hat vor wenigen Wochen ein Gesetz zur Anpassung des Kindergeldes für EU-Ausländer beschlossen. Nichts anderes erwarten wir als AfD-Fraktion auch von der Bundesregierung.
Wir fordern die Bundesregierung auf, das Kindergeld für EU-Ausländer anzupassen. Stoppen Sie die Einwanderung in unser Sozialsystem, und stoppen Sie die Diskriminierung der vielen deutschen Eltern, die hier leben und hier ihre Kinder aufziehen!
Vielen Dank.