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128. Sitzung
Donnerstag, 12. Oktober 202320. Wahlperiode, 128. SitzungBezahlkarte einführen – Sachleistungsprinzip konsequent umsetzen
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Sehr geehrte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Werte Besucherinnen und Besucher auf den Tribünen! Ich will vorab vielleicht mal sagen: Bei der Häme und all der Emotionalität, mit der auch diese Debatte wieder geführt wird,

Aber nicht von uns!

will ich noch mal daran erinnern, worüber wir hier heute eigentlich reden. Wir reden über Menschen, die zu uns kommen, die aus ihrer Heimat fliehen, vor Krieg, vor Gewalt, vor einem Terrorregime. Viele – es ist tatsächlich so – suchen Schutz in der Europäischen Union.

Ja, der ein oder andere! Da haben Sie recht!

– Hören Sie mal zu, Herr Brandner! Vielleicht lernen Sie mal was.

Beifallbei der SPD sowie des Abg. Michael Sacher [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Es ist doch klar: Die Europäische Union ist nicht nur Wirtschaftsraum, Wohlstandsprojekt, Friedensprojekt. Die Europäische Union ist auch Raum der Menschenrechte, und Deutschland, unser Land als größte Volkswirtschaft der Europäischen Union, liegt inmitten dieses Schutzraumes.

Mal ganz ehrlich: Wen wundert es, wenn Menschen versuchen, in dieses Land zu kommen, in unser Land, wo es keine Willkür gibt, sondern Rechtsstaatlichkeit,

Ja! Ganz genau!

wo es Freiheit gibt statt Unterdrückung? Das ist doch nun mal Fakt.

Nee! Ganz und gar nicht!

Damit müssen wir klarkommen, weil die Situation auf der Welt nun mal so ist, wie sie ist. Wir können sie nicht wegleugnen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Werte Kolleginnen und Kollegen, ich möchte natürlich was zu Ihrem Antrag sagen, aber ich will auch darum bitten – und es wurde ja eben auch von Herrn Whittaker angesprochen –, dass wir unsere Wortwahl, dass auch Sie Ihre Wortwahl so ausrichten, dass der Schutzgedanke des Asyls dadurch stärker zum Tragen kommt,

Beifallbei Abgeordneten der SPD
Zurufdes Abg. Marc Biadacz [CDU/CSU]

damit die Menschen in unserem Land verstehen, worum es geht, wenn man darüber spricht, dass ein Mensch Asyl beantragt.

Aber das hat doch gar keiner infrage gestellt!

Das muss doch auch in Ihren Wertegedanken stehen. Sie tragen doch das C für „Christlich“ in Ihrem Parteinamen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Aber das hat er doch gesagt! Sie haben nicht zugehört!

Das ist mir wirklich fremd. Merken Sie denn eigentlich nicht, wie sehr Sie mit Ihrer Wortwahl schon denen ganz rechts außen ähneln?

Merken Sie nicht, dass Sie Blödsinn reden?

Das muss Ihnen doch auch mal zu denken geben.

CDU/CSU sind lernfähig!

Ich bin fassungslos!

Ich muss auch sagen – um zu Ihrem Antrag zu kommen –: Bedauerlicherweise ist es Ihnen auch in diesem Antrag einmal mehr nicht gelungen, sich von Ihrem Duktus, von Ihrer Grundhaltung zu verabschieden. Sie schüren erneut lieber Neiddebatten zwischen denen, die hier sind, und denen, die kommen, und zwischen denen, die arbeiten, und denen, die nicht arbeiten.

Warum sehen das dann die Ministerpräsidenten Ihrer eigenen Partei so, Frau Glöckner?

Das ist doch die Kernaussage Ihres Antrags, Herr Stracke.

Ihre Ministerpräsidenten sind weiter als Sie! Das ist das Problem!

– CDU und CSU, Sie wollen Sachleistungen. Ich will das jetzt gar nicht mehr weiter ausführen.

Ja, das glaube ich!

Es wurde schon gesagt.

Jetzt wird es Ihnen unangenehm!

– Nein, das ist mir nicht unangenehm.

Ihnen müsste unangenehm sein, dass Sie den Bundestag mit einem Antrag belästigen, sage ich schon, wo es gesetzliche Regelungen dazu – –

– Ich will Ihnen mal was sagen: Ich habe 30 Jahre in der Kommunalverwaltung gearbeitet. Ich kenne das Asylbewerberleistungsgesetz. Sie hätten mal einen Blick in dieses Gesetz werfen sollen. Dann müssten Sie diesen Antrag hier nicht einbringen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Es gibt diese Möglichkeit schon.

Bundeseinheitlich! Sie haben es nicht einmal verstanden, Frau Glöckner!

Die Kommunen wenden sie nur nicht an, weil sie den Aufwand scheuen. Das ist doch Fakt, und diesen Fakt müssen Sie annehmen. Sollen wir denn ein Gesetz erarbeiten, das es schon gibt? Ist es das, womit sich das Hohe Haus befassen soll?

Ich tendiere dazu: Ziehen Sie Ihren Antrag zurück!

Lachenbei Abgeordneten der CDU/CSU

Ziehen Sie Ihre Rede zurück!

Lassen Sie uns gemeinsam über Initiativen reden,

Lachenbei der CDU/CSU

Gehen Sie mal auf Ihren Platz, und denken Sie neu nach! Das ist ja Wahnsinn!

die tatsächlich wirken und die tatsächlich neue Regelungen schaffen, die für alle tragbar sind: für die Menschen, für die Bevölkerung, für die Kommunen, für den Bund und für die Länder.

Vielen Dank.

Und bei allem Streit darüber sollten wir nicht von „belästigen“ sprechen. – Herzlichen Dank dafür.

Karoline Otte hat jetzt das Wort für Bündnis 90/Die Grünen.

Beifallbeim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Philipp Hartewig [FDP]

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