Nein, danke. – Das muss man an dieser Stelle auch berücksichtigen. Aber wie sieht es in den Fabriken aus? In Emden, in Zwickau und in Grünheide werden Leiharbeiter entlassen, und es gibt Kurzarbeit. Ja, man muss darüber nachdenken, was man beim Hochfahren der E-Mobilität jetzt macht.
Abgesehen vom Kaufpreis sollte man aber auch einen weiteren Punkt berücksichtigen: die Situation bei den Ladesäulen. Wir haben im Bundestag beschlossen, dass man, wenn man eine Wallbox an seinem Eigenheim zu Hause betreibt, einen verbrieften Ladepreis von 28 Cent bezahlt. Dann gibt es aber die Situation – ich fahre selber ein E-Auto als Erstwagen bzw. als normales Fahrzeug –, dass ich an Ladesäulen mit Preisen zwischen 35 und 79 Cent in der Spitze konfrontiert bin. Stellen Sie sich das doch mal an der Tanksäule vor: An der einen Säule zahlen Sie 2 Euro, und bei der anderen Tankstelle in einer anderen Ecke der Stadt zahlen Sie 4 Euro. Wie würde denn das öffentlich bewertet werden? Wir müssen uns auch über die Ladesäulenpreise unterhalten.
Daran wird auch ein weiterer Punkt deutlich. Wir haben die Situation in Deutschland, dass wir in Norddeutschland – ein Kollege hat es schon angesprochen – Netze mit zu viel Strom aus Wind- und Solarkraft haben. Man kann sich darüber unterhalten, dass es dienlich wäre, wenn dieser Strom in der Zeit genutzt wird. Da kann man dann über die Netzentgeltbefreiung sprechen. Man könnte auch sagen: Folgende Preise sind zu realisieren, sodass sich jeder ein E-Auto leisten und das auch vernünftig betreiben kann.
Genauso sollte man sich auch über die Weiterführung der Förderprämie unterhalten, sie dann aber auch technologisch weiterentwickeln. An der Stelle möchte ich das bidirektionale Laden ansprechen.
Sie haben recht: Bidirektionales Laden ist interessant. Aber bidirektionales Laden muss wie folgt aussehen: Wenn ich zum Beispiel gerade zu viel Strom aus Windkraft habe, muss ich diesen sozusagen ins Auto aufnehmen können, ihn dann aber wiederum für den Hausbesitzer oder auch für das Netz – im Sinne der Netzdienlichkeit – nutzbar machen, sodass er für uns alle nutzbar ist.
– Sie können ruhig dazwischenrufen. – Denn das ist auch ein Vorteil. Den haben Sie gar nicht auf den Schirm; nur so nebenbei.
Einen Punkt will ich noch nennen, und zwar die Situation der Parkplätze. Viele Mieterinnen und Mieter haben keinen Parkplatz mit einer Lademöglichkeit. Das gehört ins Mietrecht – das weiß ich –; aber es ist schwierig durchzusetzen. Wir müssen uns darüber unterhalten, wie wir im öffentlichen Bereich die Ausbreitung der Ladenetze fördern und wie wir im nahstädtischen Bereich, also im 11 kW-Bereich, im Bereich von AC-Ladestationen, mehr Ladeplätze schaffen. Denn wenn man durch Europa fährt – ich bin im Sommer dieses Jahres 4 600 Kilometer von Deutschland nach Frankreich gefahren –, stellt man fest: Das Fernnetz – im Sinne des Schnellladenetzes – ist in Ordnung; damit kommt man gut klar, auch in Deutschland. Aber das Nahnetz ist verbesserungswürdig, und dafür muss man sich einsetzen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.