Zum Inhalt springen
171. Sitzung
Mittwoch, 5. Juni 202420. Wahlperiode, 171. SitzungAbschaffung des Solidaritätszuschlags – Erster Schritt einer umfänglichen Steuerreform zur Entlastung des Mittelstands, von Unternehmen sowie Arbeitnehmern
7 VermerkeReaktionswert: hoch208 Wörter Im Protokoll lesen

Vielen Dank, Herr Präsident. – Mit Fakten hat die AfD sowieso ein Problem.

Also: 61 000 Lehrer weniger. Als ehemalige Ministerin in Niedersachsen kann ich Ihnen sagen, was das für diesen Bereich bedeuten würde:

Fragen Sie doch mal die Schüler!

Bei uns wären das 6 100 Lehrerstellen weniger. Bei 2 800 Schulen sind das im Durchschnitt 2,2 Lehrerstellen weniger pro Schule.

Es fehlt doch nicht an Geld!

Manch kleine Grundschule hat nur acht Lehrkräfte. Man kann das auch in Unterrichtsstunden rechnen: Wenn man durchschnittlich 30 Stunden an einer Schule Unterricht hat, dann wären das zukünftig nur noch 22 Stunden Unterricht.

Kulturhoheit der Länder!

Das wären die Folgen der Kürzung des Solidaritätszuschlags in den Ländern.

Werden die Lehrer jetzt vom Bund bezahlt? Das ist mir neu!

Ich kann das aber gerne auch für die Bundesebene ausrechnen. Nehmen wir mal die Bundespolizei: Eine durchschnittliche Stelle bei der Bundespolizei – damit habe ich hochgegriffen – kostet 70 000 Euro. Das wären circa 74 000 Bundespolizeibeamte weniger, meine sehr verehrten Damen und Herren. Um es plastisch zu machen, meine Damen und Herren: 61 000 Lehrer weniger in den Ländern, 74 000 Polizeibeamte weniger beim Bund. Darüber reden wir, wenn man dem Staat 12,2 Milliarden Euro Einnahmen entzieht.

Milchmädchenrechnung!

Das wäre die Folge, wenn man den Reichen den Solidaritätszuschlag nicht zumuten würde. Halten Sie das für gerecht, meine sehr verehrten Damen und Herren?

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Ich glaube, die Antwort kann jeder selbst geben.

Der Wähler gibt sie Ihnen!