Herr Bundeskanzler, Sie haben eben noch mal betont, wie wichtig die Sanktionen gegen Russland und die Putin nahestehenden Oligarchen sind als Reaktion auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Nun haben wir aber das Problem, dass in der Praxis gerade die Sanktionen gegen die Oligarchen in Deutschland besonders wirkungslos sind. In Deutschland sind bisher nicht mal 100 Millionen Euro an Geldern eingefroren worden – 95 Millionen Euro, um genau zu sein. Allein in Belgien war es mehr als Hundertfache, nämlich 10 Milliarden Euro. Auch in Frankreich und in Italien ist es ein Vielfaches dieses Betrages. Das Problem scheint ja hier zu sein, dass viel Geld in Briefkastenfirmen und auch in Immobilien versteckt wird. Sie haben jetzt eine Taskforce eingesetzt, um das Problem zu beheben.
Ich frage Sie: Stimmen Sie zu, dass dieses Problem in wesentlichem Umfang an unzureichend ausgestatteten Behörden liegt, wie das Zollfahnder und Gewerkschafter ja auch öffentlich kritisiert haben? Und gerade vor dem Hintergrund, dass Sie als Finanzminister ja lange Verantwortung getragen haben für den Bereich der Geldwäsche: Wie schätzen Sie das ein, und wie wollen Sie dieses Problem lösen?