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13. Sitzung
Mittwoch, 25. Juni 202521. Wahlperiode, 13. SitzungAktuelle Stunde
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Rednerwechsel

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Ich glaube, die Debatte heute zeigt einmal mehr, wie herausfordernd es ist, darüber auch hier im Bundestag zu debattieren und in der Gesellschaft zu debattieren, was wir eigentlich aus der Coronapandemie lernen. Denn auf der einen Seite hören wir wilde Verschwörungsmythen und Debattenbeiträge komplett jenseits von Fakten und Wahrheit, und auf der anderen Seite ist es richtig, dass wir uns als Bundestag vornehmen, genau darüber zu sprechen, welche Lehren wir eigentlich aus der Pandemie ziehen wollen.

Wir reden – darüber müssen wir uns auch noch mal im Klaren sein – über eine Zeit großer Unsicherheit, eine Zeit, in der schnelle Entscheidungen notwendig waren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ministerien, in den nachgeordneten Dienststellen, aber auch in den Landes- und Kommunalverwaltungen haben über persönliche Grenzen hinweg Unvorstellbares geleistet.

Zurufdes Abg. Dr. Janosch Dahmen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Auch wenn hier rückblickend manches anders hätte gestaltet werden können, möchte ich doch eines betonen: Dieser Einsatz darf gerade bei der Aufarbeitung einer Ausnahmesituation nicht vergessen werden, liebe Kolleginnen und Kollegen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU

Allerdings zeigt diese Debatte einmal mehr: Der Umgang mit öffentlichen Geldern, insbesondere in Zeiten akuter Krisen, verlangt maximale Transparenz, er verlangt Verantwortungsbewusstsein und Aufklärung. Die Pandemie war eine Ausnahmesituation und verursachte einen unvorstellbaren Druck auf alle, die Verantwortung trugen. Doch gerade in solchen Krisenzeiten, wenn der Druck am größten ist, brauchen wir einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln und Ressourcen. Die Öffentlichkeit muss darauf vertrauen können, dass die Politik auch unter massivem Druck Entscheidungen trifft, die nachvollziehbar und gerechtfertigt sind, liebe Kolleginnen und Kollegen.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

So ist es! Und deshalb müssen wir das auch aufklären!

Ja, die Maskenbeschaffung und die damit verbundenen Entscheidungen werfen Fragen auf, die beantwortet werden müssen. Deswegen liegt ja der Bericht der Sachverständigen Beraterin Dr. Margaretha Sudhof vor,

Na ja, die ist in allererster Linie SPD-Mitglied!

Hören Sie auf, die Frau zu diskreditieren!

die im Übrigen eine geschätzte Spitzenbeamtin ist. Auch das ist heute schon mehrfach betont worden.

Beifallbei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Das Bundesgesundheitsministerium – ich bin Ihnen dankbar, dass Sie heute da sind, Frau Warken –, aber auch wir als Deutscher Bundestag haben nun die Chance, aber auch die Verantwortung,

die damaligen Entscheidungen transparent aufzuarbeiten. Auch deswegen werden wir die Enquete-Kommission einsetzen, die die damaligen staatlichen Maßnahmen überprüfen und daraus konkrete Empfehlungen für zukünftige Krisen ableiten wird.

Ich kann Ihnen versichern: Uns in der SPD-Bundestagsfraktion ist es besonders wichtig, dass wir die Beschaffungs- und Vergabepraxis medizinischer Schutzausrüstungen und anderer kritischer Güter auch zum Gegenstand der Kommission machen und kritisch analysieren.

Keine Befugnisse! Keine Befugnisse!

Aber auch das Bundesgesundheitsministerium ist aufgefordert, eigene Vorgänge kritisch zu evaluieren und gegebenenfalls zu verbessern.

Ich muss Ihnen sagen: Ich freue mich, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken das zugesagt hat.

Zurufdes Abg. Dr. Janosch Dahmen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Als Parlament werden wir sie ganz sicher dabei unterstützen und begleiten.

Frau Kollegin, würden Sie einen kurzen Moment warten. – Können Sie bitte die Zwischenrufe einstellen in der Lautstärke, dass man hier nichts mehr versteht. Das geht nicht. Wer reden möchte, der mag sich Redezeit geben lassen, aber dieses permanente Dazwischenrufen – Schreien, sage ich jetzt mal – ist auch für die Rednerin wirklich unangenehm.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Es gibt in der Geschäftsordnung keine Grundlage dafür!

Ich gebe Ihnen die Redezeit dazu, eine Minute mehr; das war mein Fehler.

Das ist eine Parlamentsdebatte! Es gibt in der Geschäftsordnung keine Grundlage dafür!

Rednerwechsel

Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Es darf keine politische Einfärbung bei der Aufarbeitung dieser Geschehnisse geben. Unabhängig davon, wer während der Pandemie die Verantwortung getragen hat, sind wir als Parlament verpflichtet, genau hinzusehen

Parlament heißt, auch mal dazwischenzurufen! Das steht in keiner Geschäftsordnung!

und unsere parlamentarische Kontrollfunktion wahrzunehmen. Dafür sind wir gewählt. Nur so können wir Vertrauen in Demokratie stärken.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es geht heute nicht nur darum, in die Vergangenheit zu schauen, sondern auch um die Lehren, die wir für die Zukunft ziehen müssen. Die Pandemie hat uns als Gesellschaft und als Staat in vielerlei Hinsicht auf die Probe gestellt. Wir müssen aus dieser Krise lernen, um besser vorbereitet zu sein, wenn sich eine solche Situation wiederholt. Wie werden in Zukunft Beschaffungen unter Krisenbedingungen organisiert? Wie können wir verhindern, dass politischer Einfluss oder politische Nähe den Eindruck von Vorteilsnahme wecken? Ich freue mich, dass wir uns diesen zukunftsweisenden Fragen im Rahmen der Enquete-Kommission, aber sehr wahrscheinlich auch darüber hinaus immer wieder hier im Parlament,

Im Untersuchungsausschuss zum Beispiel!

widmen werden. Diese Rolle haben wir. Darauf freue ich mich.

Vielen Dank.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU
Zurufvom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Einfach nur Nebelkerzen!

Die nächste Rednerin in der Debatte ist für Bündnis 90/Die Grünen Frau Dr. Piechotta.

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