Sehr geehrter Herr Baumann, haben Sie erst mal vielen Dank, dass Sie mir tatsächlich die Möglichkeit geben, meine Redezeit zu verlängern. Ich muss bei allen Vorwürfen, die Sie hier gemacht haben, erst mal eines feststellen. Ich muss feststellen, dass Sie in dieser Woche im Deutschen Bundestag den Antrag gestellt haben, das Plenum diese Woche zu verlängern. Ich kann das verstehen, wenn ich in die Reihen Ihrer Fraktion gucke. Wenn ich mir Ihren Schreibtisch vorstelle, wenn ich mir vorstelle, dass ich mich täglich mit Korruptionsverfahren, Strafermittlungen gegen Krah und Brandner beschäftigen müsste, dann würde ich es tatsächlich auch nicht schaffen, in der normalen Zeit meine Dinge abzuarbeiten.
Lassen Sie mich auch einen zweiten Punkt ansprechen. Es ist bei Ihnen ein bisschen wie beim Wolf im Schafspelz: Es werden Dinge rausgehauen, gemacht, zugespitzt, polarisiert, und dann wird immer so ein bisschen zurückgerudert, dass man das ja nicht wollte. Ich nehme mal ein Beispiel des Kollegen Matthias Miersch, der die Europafeindlichkeit Ihrer Partei hervorgehoben hat. Wenn Sie das, was Sie im europapolitischen Bereich fordern, umsetzen würden, dann würden wir tatsächlich eine massive Zahl von Arbeitslosen bei uns im Land haben.
Sie könnten sich umbenennen in „Arbeitslosigkeit für Deutschland“.
Ich will noch mal sagen, was Sie in Ihrer Partei still und heimlich wollen: Sie wollen, dass Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land keine Zukunft haben.
Ich kann nur sagen: Wir brauchen diese Menschen in unserem Land. Sie gehören hier dazu. Sie sind Deutsche. Sie sind keine Deutschen zweiter Klasse, wie Ihre Partei und diejenigen, die in Ihren Reihen sitzen, das propagieren. Ja, wir brauchen diese Menschen bei uns im Land. Sie haben hier ein Zuhause, sie haben hier eine Zukunft, und sie wollen die Zukunft gestalten und nicht mit Ihnen zurück in die Vergangenheit.
Vielen Dank.
Vielen Dank. – Der nächste Redner in der Debatte ist Andreas Audretsch für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.