Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Haben Sie auch ein Déjà-vu? Schon vor der Sommerpause hat die AfD-Fraktion einen Antrag eingebracht, mit dem sie mal eben alle Klimaschutzgesetze abschaffen, internationale Verpflichtungen über Bord werfen und Deutschland zurück in die energiepolitische Steinzeit katapultieren wollte.
Und heute: ein neuer Quatschantrag, gleiches Spiel. Die AfD möchte bei den Erneuerbaren eine 180-Grad-Wende
oder – das bedeutet es eigentlich – scharf rechts abbiegen.
Also, auf ein Neues!
Ich fasse mal Ihre nicht sehr originellen Punkte zusammen: Abschaffung des Klimaschutzgesetzes, Abkehr von der Energiewende,
Beendigung des EU-Green-Deals
und Rückkehr zur teuersten und gefährlichsten Technologie, die wir alle kennen: Atomkraft.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Sie fantasieren von explodierenden Kosten durch erneuerbare Energien,
von Wind- und Solaranlagen, die unser Land angeblich in eine Müllhalde verwandeln.
Und Ihre Lösung ist Atomkraft?
Reaktorneubauten dauern Jahrzehnte,
kosten zig Milliarden
und hinterlassen Atommüll für Hunderttausende Jahre – ganz zu schweigen von den Abhängigkeiten.
Angenommen, es gäbe diese Atomkraftwerke: Woher soll das Uran denn kommen? Wollen Sie Abhängigkeit von russischem Uran, weil das beim Gas ja so toll geklappt hat?
In meiner Rede zu Ihrem letzten Quatschantrag habe ich gesagt: „Man kann sich die Mühe sparen, Ihren ganzen Quatsch wieder und wieder zu falsifizieren.“ Ich will mal Fakten in diese Debatte bringen.
Das hat dieses Hohe Haus verdient. Sie von der AfD können meinetwegen gerne weghören.
Es ist sinnvoller, mit einer Wand zu debattieren als mit Ihnen.
Also los. Erstens. Wind und Solar sind heute die günstigsten Energiequellen weltweit.
Zweitens. Wind und Solar sind Teil eines Mixes und nicht alleinige Energiequellen. Dunkelflauten sind bekannt und technisch beherrschbar. Dafür müssen wir unsere Speicherkapazitäten ausbauen.
Drittens. Die deutsche Wind- und Solarbranche beschäftigt schon jetzt mehr als 400 000 Menschen.
Viertens. Unsere heimischen Erneuerbaren senken die Abhängigkeit von Autokraten.
Und fünftens. Die Strompreise sind hoch, ja; aber das liegt vor allem an Netzgebühren und Steuern.
Und die Gaskrise durch den russischen Angriffskrieg hat die Preisspitzen verursacht.
Was brauchen wir also? Nicht weniger, sondern mehr Erneuerbare,
mehr Speicherkapazitäten und grünen Wasserstoff, eine Stromsteuersenkung für alle, mehr Flexibilität im Netz, eine Elektrifizierungsagenda und mehr Digitalisierung im Energiesystem.
Und damit: Bis zum nächsten Mal, wenn sich die AfD einen neuen Quatschantrag ausgedacht hat, um Arbeitsplätze zu gefährden
und unser Land international abzuhängen. Bleiben Sie dabei!
Sie müssen zum Ende kommen.
Die Energiewende werden wir weiter verteidigen.
Vielen Dank. – Nächste Rednerin ist Dr. Maria-Lena Weiss von der Unionsfraktion.