Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenn man die Debatten in diesem Hause verfolgt, dann ist mein Eindruck, dass Sie völlig weg von der Realität sind. Es wird von einer Bundesrepublik gesprochen, in der alles wunderbar funktioniert, in der Programme heilen, was politisches Handeln versäumt, und in der jeder Euro aus dem Haushalt eine Wirkung wie aus dem Märchenbuch entfaltet. Doch die Realität draußen sieht anders aus. Auch der neue Haushalt wird daran nichts ändern.
Werfen wir nur einen Blick auf den Sport! Dort findet sich ein Titel mit dem wohlklingenden Namen „Integration durch Sport“. 10,9 Millionen Euro sollen dafür ausgegeben werden. Doch ich muss Ihnen sagen: Integration ist und bleibt Bringschuld. Sie gelingt nicht durch Fördergelder, sondern durch klare Erwartungen, Verantwortung und gelebte Werte. Von der sogenannten Engagementpolitik möchte ich erst gar nicht anfangen. Diese Art der Politik brauchen wir in einer funktionierenden Demokratie nicht – in Ihrer anscheinend schon.
Aber bleiben wir bei der Integration durch Sport. Was passiert mit den Millionen aus dem Titel tatsächlich? Ein Teil landet bei Vereinen, die immer wieder durch massive Gewalt auffallen, wie bei uns der FC Union Cottbus oder zuletzt viele Amateurspieler in diesem Land erleben mussten. Der andere Teil verschwindet in Seminarräumen und Posten, deren Nutzen bis heute niemand nachvollziehbar belegen kann. Paradebeispiel: die hochdotierte Beauftragte für Vielfalt und Toleranz beim FC Energie Cottbus – VIP-Bereich inklusive, Aufgabenbeschreibung unklar. Unsere Vereine brauchen kein Bürokratiewirrwarr, diktiert von oben. Sie brauchen Menschen, die anpacken und Verantwortung übernehmen. Wir übernehmen Verantwortung.
In unserem alternativen Haushalt der AfD finden sich solche ideologischen Titel natürlich nicht. Wir investieren dieses Geld in die Sanierung der Sportstätten und somit in echten gesellschaftlichen Mehrwert für unsere Sportler. Und genau das fordern wir von dieser Regierungsbank.
In diesem Sinne: Sport frei!
Vielen Dank. – Als Nächstes spricht Annika Klose für die SPD-Fraktion.