Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich habe auf der Besuchertribüne Angehörige der Bundeswehr gesehen. Die Bundeswehr ist auch ein großer Unterstützer des Leistungssports. Seien Sie uns herzlich willkommen!
Es ist großartig, zu sehen und zu hören, dass es in diesem Hohen Haus ein großes, fraktionsübergreifendes Team Olympia gibt. Heute über die Olympischen und Paralympischen Spiele zu sprechen, ist mir eine große Freude, und es passt hervorragend in die Zeit. Denn letzte Woche hat der Deutsche Olympische Sportbund bei der Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, Kirsty Coventry, den Eintritt in den sogenannten Continuous Dialogue, der ersten Stufe des Olympiabewerbungsprozesses, beantragt.
Ich durfte als Vertreterin der Bundesregierung dabei sein. Es ging um mehr als das Überreichen eines formellen Antrages durch den Präsidenten des DOSB. Für mich war es vor allen Dingen die Gelegenheit, der Präsidentin des IOC glaubwürdig zu versichern: Wir, die Bundesregierung, stehen geschlossen hinter der Bewerbung. Und wir stehen an der Seite des Sports. Er entscheidet final über einen deutschen Olympiakandidaten und wird den auswählen, der international am meisten überzeugt.
Ich konnte der Präsidentin die volle Unterstützung des Bundeskabinetts übermitteln; denn wir haben am 19. November das Olympiapaket mit einer nationalen Vision beschlossen. Mein Eindruck war: Das IOC und Frau Coventry erkennen diese politische Unterstützung an. Deutschland ist jetzt im internationalen Wettbewerb, ist jetzt offiziell Kandidat. Das wird vom IOC sehr ernst genommen. Man kann sagen: Wir haben als große Sportnation wieder Olympiabühne betreten.
Der DOSB hat beim IOC nicht nur sehr überzeugende Konzepte aus vier Regionen vorgestellt. Deutschland hat die Grundbedingungen für eine erfolgreiche Bewerbung erfüllt. Im internationalen Rennen ist, wer als Land mit einer Stimme für eine Bewerbung spricht: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Deshalb war es so wichtig, dass der DOSB und auch ich zwei weitere positive gute Botschaften im Gepäck hatten. Erstens: über 66 Prozent Zustimmung der Münchnerinnen und Münchner für Olympische und Paralympische Spiele.
Das zeigt doch: Mut und Zuversicht gehören zu Deutschland. Und das wird auch die anderen Bewerberregionen beflügeln.
Frau Staatsministerin, erlauben Sie eine Zwischenfrage aus der Fraktion Die Linke?
Ich würde gerne erst die Rede zu Ende halten.
Bitte.
Danke schön. – Und zweitens. Aus der Wirtschaft gibt es ebenfalls kraftvolle Unterstützung für die Bewerbung. Der DOSB hat bereits rund 40 Topunternehmen gewinnen können, die sich finanziell beteiligen, im kommenden Jahr allein mit über 3 Millionen Euro. Das ist ein starkes Signal aus der Wirtschaft, das beeindruckt.
Meine Damen und Herren, heute wird der Bundeskanzler die politische Vereinbarung unterzeichnen, zusammen mit den Regierungschefs der vier Bewerberregionen und dem DOSB. Und heute stellt sich der Deutsche Bundestag mit diesem Antrag an die Seite des Sports und hinter die Olympiabewerbung.
Dieser Antrag aus der Mitte des Parlaments ist ein wichtiges Zeichen. Und ich bin mir auch hier sicher, dass dies beim IOC wohlwollend gesehen wird; denn es unterstreicht ein weiteres Mal: Wir sind ein verlässlicher Partner und halten Wort – heute und in Zukunft.
Ich möchte noch einmal betonen: Die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele ist nicht nur das wichtigste sportpolitische Ziel dieser Bundesregierung. Die Aussicht auf Olympia als Heimspiel ermutigt uns auch für die Zukunft. Konzentrieren wir uns mal auf die nächste Generation! Schauen wir auf die Olympioniken von morgen! Sie alle fangen klein an. Sie brauchen Zuversicht, Selbstvertrauen, Ermutigung und eine gute Förderung, die besten Trainerinnen und Trainer und eine erstklassige Infrastruktur.
Wir sind eine leistungsfähige Nation, und wir können Großprojekte. Wir investieren mit Olympia in unser Land, und das wird Deutschland wieder voranbringen.
Dafür haben wir auch das Vertrauen des internationalen Sports. Das sehen wir an der gestrigen Entscheidung mit der Vergabe der Frauenfußball-EM 2029 in Deutschland. Was für eine grandiose Nachricht! Auch das gibt Rückenwind für die Olympiabewerbung.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir senden heute ein ganz wichtiges Zeichen der Geschlossenheit. Arbeiten wir weiter zusammen, um die Olympischen und Paralympischen Spiele nach Deutschland zu holen!
Vielen Dank, Frau Staatsministerin. – Für eine Kurzintervention erteile ich das Wort der Abgeordneten Gennburg von der Fraktion Die Linke.