Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Schülerinnen und Schüler! Liebe Soldatinnen und Soldaten! Wir können jetzt natürlich eines machen: Wir können diese Debatte missbrauchen, wie es heute passiert ist, alles schlechtreden, uns bequem zurücklehnen, alle Gründe aufzählen, warum das nicht klappt, warum das zu teuer ist, warum wir das nicht wollen, und in den Abgesang unseres Landes starten.
Oder aber wir senden eine klare Botschaft: Ja zu Olympia, Ja zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland!
Die Faszination, die Sport auslösen kann – mit Ehrgeiz, mit Mut, mit Teamgeist –, die Träume auslösen kann, die größer als jede Sporthalle, jedes Stadion oder jede Region sind, führt doch zu dem Wunsch, einmal im Leben an Olympischen oder Paralympischen Spielen teilnehmen zu dürfen und sie auch ausrichten zu dürfen. Und an dieser Stelle beginnt die Verantwortung, die Verantwortung für die Politik. Denn wenn wir über Olympia reden, dann reden wir nicht nur über Sport, sondern auch darüber, ob wir in Deutschland noch den Mut und die Kraft haben, diese großen Träume in unserem Land realisieren zu können, aber vor allem auch realisieren zu wollen.
Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland, das wäre doch ein Jahrhundertmoment, nicht nur, weil wir uns nostalgisch an 1972 zurückerinnern, sondern, weil wir nach vorne wollen. Deutschland kann Sportgroßveranstaltungen. Das haben wir 2006 bei der Weltmeisterschaft gesehen, das haben wir bei der EM 2024 gesehen, das haben wir auch bei den Special Olympics gezeigt. Aber jetzt sind wir an einem total wichtigen Punkt: Wir wollen diese Spiele. Sport und Politik haben hier doch eine klare Botschaft ausgesendet, ein enges Vertrauensverhältnis im olympischen Prozess gezeigt. Dieses Vertrauen – davon bin ich fest überzeugt – wird am Ende die Grundlage für unsere erfolgreiche Bewerbung sein.
Jetzt geht es darum, das klar zu hinterlegen. Wir bewerben uns am Ende nicht als Region. Wir bewerben uns als gesamtes Land mit einem klaren Ziel: Wir wollen nicht nur mitspielen, wir wollen gewinnen.
Und es gibt doch schon großartige Konzepte. Man spürt den wirklichen Willen, die Spiele nach Deutschland zu holen, egal ob nach Köln, Hamburg, München oder Berlin.
Was mich zusätzlich begeistert, ist etwas ganz anderes: Alle Beteiligten, die sich heute bewerben, wissen, dass es hinterher nicht nur Spiele für sie sein werden, sondern Spiele für ganz Deutschland. Das ist der Teamgeist, den Team Deutschland an dieser Stelle schon zeigt.
Was mich wirklich zuversichtlich stimmt, ist die Olympiabegeisterung – wir haben es bei der Abstimmung in München gesehen –, die wir schon jetzt in diesem Land haben. Das bedeutet natürlich auch, dass wir diese Spiele möglichst vielen Menschen zugänglich machen müssen: in den Stadien, in Hallen, auf den Fanmeilen. Die Athletinnen und Athleten, die dann nach Deutschland kommen werden, haben doch eines verdient: eine Bühne, die sie trägt, die sie inspiriert und zu neuen Bestleistungen anspornen kann. Das bedeutet, dass wir den Athletinnen und Athleten hier in Deutschland beste Bedingungen bieten werden: kurze Wege, moderne Unterkünfte, klare Strukturen.
Jetzt ist hier schon viel über Infrastruktur gesprochen worden. Wir wollen keine Spiele der Superlative. Wir wollen Spiele der Vernunft, Spiele mit deutscher Bodenständigkeit;
denn wir haben eine bestehende und auch ehrlicherweise starke Infrastruktur. Die können wir nutzen und da, wo es nötig ist, auch modernisieren. Und wir bauen dann neu, wenn es erforderlich ist und vor allem einen langfristigen Nutzen bringt. So sichern wir uns nicht nur den Rückhalt in der Bevölkerung, sondern auch eine starke Bewerbung. Dann können wir mit den Menschen über ihre Fragen sprechen und Kosten und Nutzen offen darstellen. Aber wir sollten uns in diesem Prozess nicht kleinreden; denn – das haben wir heute in dieser Debatte wieder gemerkt – wer nur Bedenken einsammelt, der gewinnt keinen Wettbewerb. Wir können heute den Mut und die Kraft entwickeln, ein neues deutsches olympisches Kapitel zu schreiben.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Olympischen und Paralympischen Spiele bieten eine riesige Chance. Sie können ein gewaltiger Standortimpuls sein; Paris hat uns gezeigt, dass das möglich ist. Sie können ein Fest der Inklusion sein, ein Investitionsmotor und ein echtes Aufbruchssignal. Gerade in dieser Zeit, wo wir doch attraktiver werden wollen und wo wir im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, können wir zeigen, dass wir ein dynamisches, innovatives Land sind.
Letzter Satz, Herr Präsident. – Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir müssen uns wieder zutrauen, große Dinge zu zeigen, und das können wir doch.
Vielen Dank.
Wir können zeigen, wer wir sind und was wir können. Der Sport tut es. Deswegen: Lassen Sie uns das nutzen!
Das war ein langer Satz.
Deutschland soll sich bewerben, Deutschland kann sich bewerben. Wir wollen diese Spiele. Lassen Sie uns gemeinsam darangehen!
Herzlichen Dank.