Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Der Krieg im Sudan: 150 000 Tote, 11 Millionen Vertriebene, knapp 50 Prozent der Bevölkerung, also über 20 Millionen Menschen, akut vom Hunger bedroht. Wir haben es gehört: die schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt.
Im „Spiegel“ gab es dazu 18 Überschriften im Jahr 2024, zu Gaza waren es 670. Wo sind die Demonstranten, die Unibesetzer, die Professoren, die Solidaritätsgruppen? Wo sind die 200 Prominenten, die einen offenen Brief schreiben? Wo ist Greta Thunberg auf dem Weg in den Sudan? Und hat Ferat Koçak schon eine Soli-Kundgebung in Neukölln organisiert?
Linkenchef Jan van Aken bezeichnete die Israelis im Juli als „Hungermörder“. Dass gleichzeitig im Sudan 3,5 Millionen Kinder tatsächlich am Verhungern waren – mehr, als Gaza Einwohner hat – und 21 Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind: dazu keine Silbe.
Die Wahrheit ist: Auch zigmillionenfaches Elend und Tod, Vergewaltigungen, Verhungern, Vertreibung, kurz: die größte humanitäre Katastrophe der Welt ist den linken, woken Gutmenschen
jenseits dieser Alibidebatte völlig egal,
wenn der Konflikt nicht in ihr neomarxistisch-postkolonialistisches Weltbild passt.
Die Täter im Sudan haben aus linker Sicht die falsche Religion und die falsche Hautfarbe.
Die Täter sind keine weißen Männer, sie sind keine Christen, und sie sind keine Juden.
Im Sudan schlachten Muslime Muslime ab
und People of Color andere People of Color. Die Finanzierung und die Bewaffnung der Kriegsparteien kommen von den Mullahs und den Scheichs im Nahen Osten. Die Opfer sind Ihnen egal, menschliches Leid interessiert Sie ausschließlich, wenn Sie den Westen auf die Anklagebank setzen können, sonst eben nicht.
Nein, ihr seid keine Humanisten.
Kommen Sie zum Ende Ihrer Rede.
Es ist Heuchelei.
Für die SPD-Fraktion hat das Wort die Abgeordnete Derya Türk-Nachbaur.