Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Gott zum Gruße! Wenn ich an die Felder und die Weinberge unseres Landes denke, sehe ich nicht nur Ernte und Tradition, sondern auch die harten Kämpfe unserer Bauernfamilien. In Zeiten steigender Kosten, überbordender EU-Bürokratie und zunehmender Importe zu Dumpingpreisen aus dem Ausland braucht die deutsche Landwirtschaft echte Unterstützung, nicht nur leere Worte, Herr Minister. Unsere Landwirte versorgen uns täglich mit Lebensmitteln, prägen und schützen unser Land und machen unsere Heimat lebendig. Heimat braucht Bauern. Sie sind unersetzlich. Deshalb freue ich mich, dass unsere Landwirtschaft heute in dieser Aktuellen Stunde zu Landwirtschaft und Weinbau endlich wieder mal im Mittelpunkt steht.
Aber ich muss zugeben: Ich habe das mit einem schmunzelnden Blick gelesen, als ich erfuhr, dass CDU/CSU und SPD eine Aktuelle Stunde zum Thema haben aufsetzen lassen. Endlich Bewegung? Anscheinend hat die Koalition nun verstanden, wie dringend nötig die Unterstützung für unsere Bauern ist. Doch Ihr hektischer Aktionismus ist wohl nur darauf zurückzuführen, dass wir als AfD diese Woche zwei Anträge in den Ausschuss und vier Anträge hier ins Plenum eingebracht haben,
also sechs wichtige Initiativen zur Entlastung und zum Schutz der deutschen Landwirtschaft und des Weinbaus.
Im Gegensatz zu Ihnen handeln wir als AfD konsequent, auch wenn Sie immer alles abgelehnt haben, was unserer Landwirtschaft wirklich geholfen hätte. Denken Sie an unseren Antrag in der letzten Legislatur auf sofortige Wiedereinführung der Agrardieselrückerstattung. Von der CDU/CSU abgelehnt! Oder die Forderung nach weniger Auflagen für den Weinbau, damit unsere Winzer nicht unter dem Green Deal ersticken: Was hat die CDU/CSU gemacht? Sie hat es natürlich wieder abgelehnt! Das müssen Sie mit Ihrem Gewissen vereinbaren, liebe Kollegen. Ob Sie noch eins haben, ist die Frage; das mögen dann die Wähler entscheiden. Aber gut, wenn unser Engagement jedes Mal so viel Bewegung bei Ihnen auslöst, versprechen wir unseren Bauernfamilien: Wir stellen ab jetzt einfach wöchentlich Anträge, so lange, bis sich diese Regierung endlich dazu bewegt, die Landwirtschaft zu retten und die Tradition und Kultur auf dem Land zu sichern.
Nun zu den Kernproblemen, die unsere Bauernfamilien tagtäglich belasten. Bürokratie und Überregulierung sind ein erdrückender Albtraum. Jeder Hof ertrinkt in Formularen, Genehmigungen und Auflagen – von der EU bis hin zur nationalen Ebene. Das ist kein Fördern, Herr Minister, das ist Ersticken! Und wer profitiert? Nicht die Landwirte, sondern die Bürokraten aus Brüssel und Berlin! Dazu kommen noch unfaire Wettbewerbsbedingungen wie zum Beispiel Dumpingimporte aus Ländern mit niedrigeren Standards. Diese fluten unseren Markt, während deutsche Bauern unter strengen Vorschriften leiden. Die Kosten für Energie, Dünger und Maschinen explodieren, aber die Preise für Erzeugnisse sinken – ein Kreislauf, der vor allem unseren kleinen und mittelständischen Betrieben schadet und sie in den Ruin treibt.
Das Schlimmste ist aber das Höfesterben und die fehlende Hofnachfolge. Junge Menschen sehen oft keine Perspektive mehr wegen zu hoher Investitionen, sinkender Einkommen und endloser Regulierungen. Viele wandern ab. Jedes Jahr verlieren wir Tausende Höfe, die nicht mehr übernommen werden. Und aktuelle Prognosen warnen uns bereits jetzt, dass bis 2040 täglich bis zu 700 Betriebe aufgeben könnten, wenn sich bis dahin nichts ändert.
Stellen Sie sich vor, was das bedeutet! Wir sind es gewöhnt, dass unsere Kühlschränke, unsere Teller voll sind und unsere Landschaft wunderbar gepflegt ist. Kulturlandschaft sauber, Äcker bestellt, Wiesen gemäht – alles selbstverständlich, dank unserer Bauern und Landwirte. Aber gehen Sie doch mal in die Länder Europas, wo die Bauern schon vertrieben wurden, wie etwa in Teilen von Portugal, Spanien oder Frankreich, wo niemand mehr die Kulturlandschaft pflegt und man mit großem Aufwand durch staatliche Angestellte die Verwilderung aufhalten muss. Über diese Konsequenzen sollten Sie vielleicht mal nachdenken.
Ohne Bauern verliert unsere Heimat Gesicht, sehr geehrte Damen und Herren. Ohne Bauern gerät unsere Versorgungssicherheit in Gefahr. Wollen wir noch abhängiger von Lebensmittelimporten werden, als wir es ohnehin schon sind? Nein, wir wollen es nicht. 2026 muss das Jahr der Entscheidungen werden – für weniger Bürokratie, faire Wettbewerbsbedingungen und eine starke deutsche Landwirtschaft. Lassen Sie uns handeln, bevor es zu spät ist. Denn eines muss jedem klar sein: Stirbt der Bauer, stirbt das Land.
Danke schön, meine Damen und Herren.
Für die Bundesregierung darf ich dem Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Carsten Schneider, das Wort erteilen.