Hochverehrtes Präsidium! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte mich zunächst einmal aufrichtig bedanken. Ich danke dem ZDF für das nicht gekennzeichnete KI-Video im „heute journal“. Ich danke der ARD für den kreativen Videoschnitt: Merkel-Applaus, der politische Einigkeit und Zustimmung suggerieren sollte, der aber so gar nicht stattgefunden hat. Sachverhalte, die wir bösen Kritiker immer schon thematisiert haben!
Uns Verschwörungstheoretikern wird ja immer der Vorwurf gemacht, unsere Kritik sei übertrieben oder wir würden Gespenster sehen.
Und dann? Dann liefern diese zwangsgebührenfinanzierten Qualitätsmedien die besten Beweismaterialien frei Haus.
Man kann sich das nicht ausdenken, muss man auch nicht; denn es ist ja genau so passiert. Die Agitprop-Spezialisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks berichten und zeigen eben nicht, was ist oder was war. Nein, es wird gezeigt, was sein soll, also nach Ansicht der zwangsfinanzierten und haltungsstarken Redaktionsstuben.
Danach erfolgt immer und immer wieder dieselbe Reaktion: Das war doch nur ein kleiner Patzer. Das haben wir doch sofort korrigiert und uns entschuldigt. Aber nein, das ist doch kein strukturelles Problem. KI-Fake-News ganz ohne Hinweis: Das ist doch kein strukturelles Problem.
Bilder aus der Vergangenheit bei Nachrichten von heute: Das ist doch kein strukturelles Problem. – Immerzu die identische Haltung der öffentlich-rechtlichen Medien und der Regierung: Ach, das ist doch kein strukturelles Problem. Alles ohne Zusammenhang, alles nur Zufälle!
Es ist beruhigend, zu wissen, dass bald zweistellige Milliardenbeträge pro Jahr ein polit-mediales System finanzieren, in dem alles nur zufällig passiert.
Zufällig ist der Himmel links, die Hölle rechts. Zufällig ist die Regierung Engel und die Opposition Teufel. Zufällig ist unsere, also Ihre Demokratie keine Staatsform für alle, sondern ein Exklusivrecht, welches ausschließlich durch kritiklose, richtige Haltung erworben wird, also nur für globalistisch, links-grün Denkende.
Zufällig entstehen politische Eindrücke und Narrative, und zwar immer dieselben.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland ist die wohl einzige Institution der Welt, in der diese Zufälle eine klar erkennbare Richtung haben. Denn hier wird offenbar, was die meisten hier im Parlament nicht mehr merken oder nicht mehr merken wollen: die geistige und ideologische Nähe der öffentlich-rechtlichen Rundfunkredaktionen zur politischen Macht und – noch schlimmer – die zunehmende Distanz zur Demokratie,
und das jetzt ganz ohne Ihr gern gebrauchtes und ausgrenzendes Possessivpronomen „unsere“. Hier ist Schluss mit lustig, meine Damen und Herren. Das sind keine Pannen, das sind keine Zufälle; nein, das sind Symptome.
Die Diagnose: Wir haben eine massive strukturelle Schieflage in unserer Landschaft. Wir haben eine ideologische Kumpanei mit den eigentlich zu Kontrollierenden.
Wir erkennen eine gemeinsame moralische Selbstüberhöhung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird nicht gezwungen, seinen gesetzlichen Auftrag zu missbrauchen; er missachtet ihn zumeist selbst. Er berichtet nicht, sondern er beurteilt und verurteilt, aber kaum die Regierung, sondern zumeist den Bürger. So ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht mehr der Kontrolleur der politischen Macht, sondern der Herold der politisch Mächtigen. Stalin, Mao und Pol Pot lassen grüßen. Solange das so ist, solange ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk Teil des Problems und selbst ein gefährliches Problem. Aber das wollen Sie alle, meine Damen und Herren aus den anderen Fraktionen, ja nicht wissen.
Ich will Sie heute als alter weißer Mann noch etwas lehren und Ihnen auf den Weg geben. Ein besonderes Wort für moralische Selbstüberhöhung ist „Hochmut“. Nach dem heiligen Thomas von Aquin ist Hochmut, wenn der Mensch sich nicht der Wahrheit unterordnet, sondern sich selbst zur Norm macht.
Bekanntlich kommt Hochmut vor dem Fall. Also noch einmal: Herzlichen Dank an ARD und ZDF!
Jetzt noch ein positiver Ausklang meiner Rede: Mit dem angesprochenen Fauxpas verliert der öffentlich-rechtliche Rundfunk immer mehr an Glaubwürdigkeit und schafft so immer mehr die Grundlage für die eigene Abschaffung.
Danke schön, meine Damen und Herren.
Vielen Dank. – Der nächste Redner in dieser Debatte ist Holger Mann von der SPD.