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60. Sitzung
Freitag, 27. Februar 202621. Wahlperiode, 60. SitzungDeutsche Rohstoffinteressen durchsetzen – Rohstoffpolitik zur Priorität machen
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Rednerwechsel

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Fangen wir mal mit dem an, was im Antrag stimmt. Rohstoffe sind wichtig; das ist wahr. Deswegen müssen wir unsere Rohstoffstrategie von 2020 überarbeiten. Es geht darum, Abhängigkeiten zum Beispiel von China zu reduzieren. Und wir müssen europäisch abgestimmt handeln. Das tut die Koalition, das tut der Außenminister Wadephul; und das ist auch richtig so.

Wenn man den Antrag genauer anguckt, dann wollen Sie den Fokus stärker auf die Bedürfnisse der deutschen Wirtschaft statt auf klimapolitische Ziele richten, also Klima raus, Rohstoffe rein. Menschenrechte, Umweltschutz, indigene Völker – Ihnen alles schnurz. Internationale Kooperationen sollen weg, Verpflichtungen auch. Das ist weder menschenfreundlich noch vernünftig; das ist „Germany First“-Politik von vorgestern.

Beifallbei der SPD sowie der Abg. Nyke Slawik [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Das ist so wie in der Kolonialzeit: 1897 sprach man vom deutschen Platz an der Sonne. Aber bei Ihnen herrscht ja intellektuell totale Sonnenfinsternis, wenn man in Ihren Antrag reinguckt.

Heiterkeitund Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Linken

Sie verstehen davon überhaupt nichts. Kanonenbootpolitik braucht man wirklich überhaupt nicht.

Deutschland ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt geworden – übrigens ohne eigene Bodenschätze.

Zurufdes Abg. Jan Feser [AfD]

Das hängt damit zusammen, dass wir kluge Ingenieure haben, dass wir fleißige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben, dass wir hier einen sozialen Rechtsstaat haben, dass wir Glaubwürdigkeit haben, dass an den Universitäten bei uns nicht nur Menschen aus ärmeren Familien studieren dürfen, sondern sogar Menschen, die aus dem Ausland kommen, dürfen bei uns studieren.

Zurufvon der AfD: Ach was!

Kurzum: All das, was Sie bekämpfen, das machen wir hier. Gott sei Dank! Deswegen haben wir eine gute Position. Der Hauptrohstoff werden übrigens die intellektuellen Kapazitäten bleiben.

Zurufdes Abg. Julian Joswig [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Selbst wer künstliche Intelligenz einsetzen will, muss erst eine humane Intelligenz haben; und da sieht es ja bei Ihnen ganz finster aus.

Wissen Sie, wenn man sich mit Ihnen über irgendein Thema intellektuell auseinandersetzen will, dann ist das, wie wenn man Freiluftschach mit einer Taube spielen will: Die Taube schmeißt die Figuren um, sie kackt aufs Brett, und sie stolziert rum, als hätte sie gewonnen. – So ist das, wenn man sich mit Ihnen auseinandersetzen muss.

Heiterkeitund Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Linken
Zurufevon der AfD

– Ach, schauen Sie: Man kriegt bei Ihnen einen visuellen Tinnitus, weil man nur Pfeifen sieht, wenn man in Ihren Antrag reinguckt.

Zurufdes Abg. Dr. Malte Kaufmann [AfD]

Aber das will ich Ihnen sagen: Das Problem ist doch, dass Sie in der Tat eines vollbracht haben: Sie haben aus einem fossilen Rohstoff einen erneuerbaren gemacht. Kohle vom Staat fließt bei Ihnen sozusagen kräftig, nicht weil Sie wie die Familienunternehmen in Baden-Württemberg die fleißigen Arbeitnehmer fördern, sondern weil Sie als AfD-Familienunternehmen den Staat ausbeuten. Das ist Ihre Form von erneuerbarer Energie, die Sie anwenden.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Deswegen wundert es mich natürlich auch nicht, dass Herr Frohnmaier nicht hier ist, sondern in Baden-Württemberg versucht, was für seine Familie zu tun, aber für die anderen eben nicht.

Heiterkeitbei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Und das, was Sie da aufgeschrieben haben, zeigt doch, wie beschränkt auch Ihre internationalen Kenntnisse sind. Wenn Sie sich international austauschen, dann in Form Ihrer Spionageverbindungen nach Moskau oder China.

So ist es!

Und Ihnen imponiert auch noch das, was die MAGA-Bewegung macht; das ist wahr.

Sagen Sie etwas zu Baku!

Aber Glaubwürdigkeit? Rohstoffpartnerschaft? Sie reden hier von Menschenfreundlichkeit. Ihre Menschenfreundlichkeit ist wie der Nachname Ihres ersten Redners, des Herrn Wolf.

Zwei, drei Sätze zu Baku wären auch ganz schön!

Da ist nicht viel Menschenfreundlichkeit; vielmehr will er die Geißlein auffressen. Das lassen wir aber nicht zu.

Herr Kollege, erlauben Sie eine Zwischenfrage aus der AfD-Fraktion von Herrn Kraft?

Rednerwechsel

Ich habe zwar wenig Hoffnung, dass Sie klüger werden, aber wir können es ja einmal versuchen.

Heiterkeitbei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU –Beatrix von Storch [AfD]: Da haben Sie sich aber mit dem Falschen angelegt!
Zurufvom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Nee, wir wollen nach Hause!
Rednerwechsel

Vielen Dank, Herr Stegner, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. Auch vielen Dank dem Präsidium. – Nachdem Sie ja die Russlandkontakte so maßgeblich kritisiert haben, können Sie uns hier vielleicht erläutern, was Sie mit den FSB-Leuten in Baku besprochen haben, als Sie sich mit ihnen dort subversiv bzw. geheim getroffen haben. Das würde, glaube ich, uns alle in Deutschland sehr stark interessieren, da Sie ja diese Kontakte so stark kritisiert haben.

Beifallbei der AfD

Erzählen Sie mal, Herr Stegner!

Rednerwechsel

Ich muss ehrlich sagen: Ihr Einfallsreichtum bei den Zwischenfragen ist wirklich grandios.

Beifallbei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Das fragen Sie mich ja jetzt schon zum dritten Mal. Ich will Ihnen ehrlich sagen: Man kann darüber streiten, mit wem man redet; ich glaube, dass es gut ist, mit anderen zu reden.

Lachenbei der AfD

Worüber man aber nicht streiten kann, ist, dass keine andere Fraktion hier im Hause – ich kenne zumindest keine – ihre Leute aus Moskau oder China bezahlen lässt.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Linken

Herr Krah hatte ja die Frechheit, hier heute aufzutreten.

Zurufder Abg. Beatrix von Storch [AfD]

Er kann froh sein, dass er noch auf freiem Fuß ist, insbesondere wenn man sich anguckt, wie oft der Immunitätsausschuss hier wegen Ihnen die Immunität von Abgeordneten aufheben musste! Die arbeiten ja im Akkord und müssten schon Schichtzulagen kriegen für das, was sie leisten müssen.

Beifallbei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der Linken
Zurufevon der AfD

Insofern muss ich Ihnen ehrlich sagen: Ihre Frage disqualifiziert sich von selbst.

Wir waren ja eigentlich beim Thema Rohstoff, und hier ist sehr deutlich geworden, dass jedenfalls die geistigen Rohstoffe, die man braucht, hier sehr einseitig verteilt sind. Auf der rechten Seite sind davon keine vorhanden.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Insofern ist es natürlich ganz gut, dass wir hier Zuschauer auf den Tribünen haben, die feststellen können, dass die, die behaupten, im deutschen Interesse zu arbeiten, alles Mögliche tun, aber vor allen Dingen gegen Deutschland arbeiten.

Nun könnte man das alles komisch finden – manchmal braucht man ja Humor, um das ertragen zu können, was man bei Ihren Reden empfindet, und nicht auf einer Schmerzzulage zu bestehen –; aber es ist trotzdem auch gefährlich. Darauf will ich hinweisen. Denn wenn das geschehen würde, was hier beschrieben wird, ist das das Gegenteil dessen, was wir in Deutschland tun müssen.

Wir müssen das tun, was wir vom kanadischen Premierminister gehört haben, nämlich dass wir gemeinsam mit anderen Ländern, die das internationale Recht achten, Partnerschaften eingehen und versuchen, mit unseren Fähigkeiten – mit unserer Softpower und unseren ökonomischen Kompetenzen – etwas zu erreichen: im Interesse der Menschen in unserem Land und nicht mit Kraftmeierei aus dem letzten Jahrhundert,

Zurufdes Abg. Udo Theodor Hemmelgarn [AfD]

mit einem schrägen Verhältnis zum Rechtsstaat und mit einer Form von Dümmlichkeit, von der ich sage, sie ist kaum übertreffbar.

Vielen herzlichen Dank.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Es gibt noch eine Kurzintervention aus den Reihen der AfD. Danach rufe ich den nächsten Redner auf.

Uns bleibt doch nichts erspart!

Sie haben das Wort.

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