Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Baukulturbericht 2024/25 widmet sich einem Thema von zentraler Bedeutung: unserer Infrastruktur. Die Bundesstiftung Baukultur zeigt darin eindrucksvoll, was gute Infrastruktur ausmacht und wie sie gelingen kann. Sie ist nämlich das Rückgrat unseres Landes. Ohne unsere Krankenhäuser, Schwimmbäder und Schulen wäre unser Land unvergleichlich ärmer, und zwar nicht nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich und sozial.
Unsere Infrastruktur ist nichts Selbstverständliches. Gerade in einem Land wie Deutschland, das von industrieller Wertschöpfung und Exporten lebt, ist eine starke Infrastruktur unverzichtbar. Wenn Brücken gesperrt werden, Züge unpünktlich sind oder Stromnetze an ihre Grenzen kommen, dann spüren das Arbeitnehmer, Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen. Dann wird unser Alltag quasi komplizierter und unser Wirtschaftsstandort schwächer.
Ein Beispiel macht das besonders deutlich: die Sperrung der Rahmedetalbrücke in NRW. Laut Baukulturbericht hat die Sperrung volkswirtschaftliche Schäden von rund 1,8 Milliarden Euro verursacht, während der Neubau etwa 170 Millionen Euro kostet. Das zeigt: Nicht zu investieren, wird am Ende immer teurer.
Deswegen investieren wir jetzt 500 Milliarden Euro in unsere Infrastruktur,
in Wettbewerbsfähigkeit, und das ist ein Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Erlauben Sie eine Zwischenfrage der Abgeordneten Bachmann von der AfD?
Nein.
Setzen Sie gerne fort.
Infrastruktur darf jedoch nicht nur funktional gedacht werden. Der Baukulturbericht erinnert uns daran, dass Infrastruktur immer auch öffentlicher Raum ist.
Viele Bauten der Vergangenheit – von Marktplätzen über Bahnhöfe bis hin zu unseren Fußballstadien – sind heute identitätsstiftende Orte. Sie sind langlebig, funktional und architektonisch prägend.
Genau hier liegt eine zentrale Botschaft des Berichts: Gute Gestaltung ist kein Luxus. Sie ist ein Qualitätsmerkmal nachhaltiger Infrastruktur. Gut geplante Infrastruktur hält länger, wird besser akzeptiert und zahlt sich über Jahrzehnte wirtschaftlich und gesellschaftlich aus.
Wir greifen als Koalition wichtige Empfehlungen des Baukulturberichts in unserer Entschließung auf.
Erstens. Wir wollen Planungs- und Genehmigungsverfahren effizienter machen.
Zweitens. Wir wollen Infrastruktur stärker als öffentlichen Ort mit baukultureller Qualität begreifen.
Drittens. Wir wollen gezielt die soziale Infrastruktur vor allem auch im ländlichen Raum stärken.
Wenn wir unsere Infrastruktur modernisieren, dann sollten wir das mit einem klaren Anspruch tun: funktional, nachhaltig und baukulturell hochwertig. Genau dafür setzen wir heute ein deutliches Signal.
Vielen herzlichen Dank – und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Frau Gennburg.
Vielen Dank. – Für eine Kurzintervention erteile ich das Wort der Abgeordneten Carolin Bachmann von der AfD.