Frau Kollegin, das war, ehrlich gesagt, eine interessante Frage, die relativ wenig mit dem 18. März zu tun hat. Denn wir haben uns in dem Antrag insbesondere mit den Themen befasst, die auf den 18. März zurückgehen. Wir haben die klare Botschaft gesetzt, dass es darum geht, am Tag der Demokratiegeschichte, dem 18. März, insbesondere das Erinnern hochzuhalten, an einem Tag, an dem sich historisch vieles ereignet hat, das verdeutlicht, was Demokratie ausmacht und warum es sich lohnt, für sie zu kämpfen. Das können wir an ganz verschiedenen Orten in Deutschland tun. Das können wir in Hanau tun. Das können wir aber überall in der Bundesrepublik tun.
Sie haben einen wichtigen Punkt angesprochen, nämlich die Menschen mit Migrationshintergrund. Ich glaube, es ist unsere Aufgabe als Deutscher Bundestag, aber auch als Gesellschaft insgesamt, dass wir uns, wenn wir an die Demokratiegeschichte erinnern und sie in die Zukunft tragen, nicht nur an die wenden, die hier geboren wurden, sondern auch an die, die zu uns gekommen sind. Wir sollten viel höheren Wert darauf legen, dass der Verfassungspatriotismus, von dem wir immer wieder gehört haben – unter anderem von Jürgen Habermas, der leider kürzlich verstorben ist –, viel stärker in den Mittelpunkt der Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund rückt. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass auch dort Demokratiegeschichte gelehrt wird und wir am Ende gemeinsam stolz auf unser Land sein können. Ich glaube, das gehört an diesem Tag auch dazu. Wir können an so einem Tag auch mal sagen, dass wir auf ganz viele Dinge in diesem Land, in der Bundesrepublik, stolz sein können.
Das ist – ich komme zum Abschluss – auch der Punkt, an den wir immer wieder denken müssen, wenn wir für unsere Demokratie kämpfen. Wir reden viel über das Erinnern; aber wir können auch über das sprechen, was in Deutschland gut läuft, neben allen Herausforderungen, neben der Tatsache, dass die Demokratie unter Druck gerät.
Deswegen wünsche ich mir, dass wir auch an so einem Tag immer wieder in den Vordergrund stellen, was in Deutschland gut läuft. Wir können auf ganz viel stolz sein in der Geschichte der letzten Jahrzehnte in der Bundesrepublik. Wir werden jedenfalls weiter dafür kämpfen, dass es eine starke Demokratie in Deutschland gibt.
Vielen Dank.