Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Diese Debatte zeigt einmal mehr, dass es Ihnen, je weiter links Sie stehen, offenbar nur darum geht, neue und höhere Steuern zu erheben.
Jede Zeitung, die stirbt, ist auch ein Verlust an Presse, Vielfalt und Meinungsfreiheit in unserem Land. Deswegen begleiten wir das weder mit Häme noch mit Freude, auch wenn unser Verhältnis zu den Mainstream-Medien nicht so ist, dass wir uns ständig gegenseitig anschmachten würden.
Der Niedergang der Verlagspresse in Deutschland hat verschiedene Gründe, zum Teil sind sie auch hausgemacht. Sie hat keine Antwort auf das Onlinezeitalter gefunden und keine entsprechenden Geschäftsmodelle entwickelt. Und wenn sie sich immer weiter von ihren Lesern entfernt und gegen sie anschreibt, dann darf sie sich nicht wundern, wenn sie am Ende weniger Leser findet.
Es gibt aber auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die schlecht sind, und dafür sind Sie verantwortlich: hohe Papierpreise, hohe Energiepreise, auch der Mindestlohn für die Zusteller. Das haben Sie zu verantworten. Jammern Sie jetzt also bitte nicht über den Niedergang und die Schwierigkeiten, in denen die deutschen Verlage stecken!
Es gibt darüber hinaus politische Rahmenbedingungen, die zumindest einen Teil der Medienlandschaft in diesem Land betreffen, und die machen es ihnen noch viel schwieriger. Meine Zeitung, die „Junge Freiheit“, hat mehrere Kampagnen von GEZ-Anstalten über sich ergehen lassen müssen, die darauf abzielten, ihr Anzeigenkunden abspenstig zu machen. Und das ist kein Einzelfall. Denken wir an die „Cicero“-Razzia oder das versuchte „Compact“-Verbot: Da haben wir in die Abgründe des Totalitarismus in diesem Land geguckt, meine Damen und Herren.
Letzter Punkt dazu. Mit den ständigen Angriffen auf die vertrauliche Kommunikation von Journalisten machen Sie auch deren Arbeitsgrundlage immer schwieriger. Deswegen sage ich: Hände weg von Vorratsdatenspeicherung und Chatkontrolle!
Aber bevor Sie jetzt behaupten: „Er hat gar nicht zum Thema gesprochen oder über Lokalmedien geredet“, lassen Sie uns über Michael Hauke sprechen. Wer ist das? Das ist ein Verleger aus Ostbrandenburg. Er hat mehrere Gratiszeitungen in mehreren Landkreisen, und er hatte bis 2020 ein gut gehendes Veranstaltungsgeschäft. Das ist dann mit Corona komplett implodiert. Und dann hat er angefangen, sich kritisch mit genau dieser Maßnahmenpolitik von Ihnen auseinanderzusetzen: mit Maskenzwang, mit Impfpflicht und all diesen Dingen. Und je mehr er das gemacht hat, desto stärker wurde der Druck von oben. Lokalpolitiker wurden dabei erwischt, wie sie seine Anzeigenkunden angerufen haben, um sie ihm abspenstig zu machen. Er hat zwei Amtsblätter verloren. Aber er hat sich davon nicht einschüchtern lassen. Er hat sich an die Spitze der Freiheitsbewegung in Fürstenwalde gestellt und ist ein mutiger Verleger, der sich nicht von den Politikern kleinmachen lässt. Solche Leute brauchen wir in diesem Land, meine Damen und Herren!
Aber das ist ja gerade das, was Sie nicht wollen. Sie wollen nicht die vierte Gewalt; Sie wollen gehorsame Medien und keine kritischen. Deswegen verspreche ich Ihnen: Wir werden dafür sorgen, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesem Land für Verlage und Lokalredaktionen verbessern, denen wir alles Gute wünschen. Wir werden dafür sorgen, dass sie ihre publizistische Freiheit zurückbekommen.
Was wir nicht wollen, sind Subventionen, das, was Sie sich hier wünschen. Denn unabhängige Medien berichten kritisch; abhängige Medien tun das gerade nicht. Oder, mit Kasupke gesagt: Sie versuchen, den Leuten ein X für ein U vorzumachen!