Also die Antwort können Sie schon mir überlassen, Frau von Storch. – Ich sage Ihnen: Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie noch mal zugegeben haben, dass Sie die Schulpflicht abschaffen wollen. Denn genau diese Kinder, von denen Sie gesprochen haben, diese 25 Prozent, genau die, die Schwierigkeiten haben, werden dann wahrscheinlich nicht mehr in die Schule geschickt, zumindest ein großer Teil von ihnen.
Und ich sage Ihnen: Eine Bildungspflicht, wie Sie sie sich vorstellen – ich habe mir das ganz genau in Ihrem Wahlprogramm angeschaut; Entschuldigung, ich bin Schulleiter –, wissen Sie, was das bedeuten würde? Dass genau die Kinder, die uns Lehrer, uns Pädagogen brauchen, nicht mehr kommen,
dass Eltern, die unseren Staat ablehnen, weil sie vielleicht Reichsbürger sind, nicht mehr gezwungen werden können, ihre Kinder hinzuschicken. Ich sage Ihnen: Das ist ein Verbrechen an der Chancengleichheit der Kinder.
Denn gerade die schwächsten Kinder, gerade die Kinder, die Unterstützung brauchen, werden nicht mehr kommen.
Was bedeutet Ihre Bildungspflicht? Ihre Bildungspflicht bedeutet, dass die Schüler dann alle paar Monate mal in die Schule kommen und dann geguckt wird: Haben die irgendwas gelernt? – Und dann ist es viel zu spät, Frau von Storch.
Wenn wir wollen, dass es Chancengleichheit in diesem Land gibt, dann müssen wir zur Schulpflicht stehen. Sie stehen nicht dazu, wir stehen dazu. In Sachsen-Anhalt haben die Leute die Wahl: Wenn sie wollen, dass die Schulpflicht abschafft wird, dann wählen sie die AfD, und wenn die Leute das nicht wollen, dann sorgen sie dafür, dass die AfD nicht an die Regierung kommt.