Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die AfD will also, dass wir hier über ihre Ideen zur Lehrkräfteausbildung diskutieren, die aus dem vergangenen Jahrhundert stammen.
Probleme aus diesem Jahrhundert lassen sich so allerdings nicht lösen. Eines der drängendsten Probleme ist der Lehrkräftemangel. Schon heute fehlen an unseren Schulen Tausende Lehrkräfte, und dabei sind noch nicht mal alle Boomer in Rente. Immer mehr Stellen können nicht besetzt werden.
Doch anstatt sich um Lösungen für diesen dramatischen Missstand zu kümmern, schlägt die AfD allen Ernstes vor, wieder überall verbindlich das Staatsexamen einzuführen. Ernsthaft?
Sie wollen junge Menschen für diesen Beruf gewinnen und den Beruf attraktiver machen, indem Sie ihnen einen Abschluss geben, der in kaum einem anderen Land Anerkennung findet? Fun Fact: Selbst in Russland schließen die Lehrkräfte ihre PH mit Bachelor und Master ab.
Lassen Sie uns darüber reden, welche Maßnahmen eine vernünftige Bildungspolitik vorschlägt, um den Personalmangel an den Schulen zu überwinden.
Die SPD hat ja traditionell gute Beziehungen nach Russland! Sie haben ja jahrelang dem kommunistischen Regime dort gehuldigt!
Da kennen Sie sich ja besonders gut aus!
– Ihre Beziehungen sind hervorragend. – Wie wollen wir denn junge Menschen dafür motivieren, diesen wunderbaren Beruf zu ergreifen und das Lehramt zu studieren? Wie können wir die, die schon da sind, in ihrer Arbeit bestärken?
Um mehr Studierende motivieren zu können, das Studium erfolgreich zum Abschluss zu bringen, müssen sie schon ganz früh positive und bestärkende Praxiserfahrungen an der Schule machen können – als Teil eines multiprofessionellen Teams, das sie von Anfang an unterstützt. Die ausgebildeten Lehrkräfte müssen wir von Organisations- und Verwaltungsaufgaben entlasten, damit sie das machen können, wofür sie ausgebildet wurden, nämlich unterrichten.
Auch bei der hohen Teilzeitquote der Lehrkräfte müssen wir ansetzen. Viele junge Mütter und junge Väter reduzieren ihre Stunden, weil sie eigene Kinder zu betreuen haben – verständlich, aber fatal in der Wirkung. Denn um ein oder zwei Kinder zu Hause zu betreuen, bleibt eine ganze Klasse unversorgt. Das mag paradox klingen, aber um die Teilzeitquote bei Lehrkräften und bei Erzieherinnen und Erziehern zu senken, braucht es mehr und verlässliche Ganztagsangebote an Kitas und Grundschulen.
Reden wir aber auch noch mal über die Schulpflicht, die Sie abschaffen wollen.
Au ja!
Und Sie gehen ja noch viel weiter: Sie wollen auch das Recht auf eine inklusive und integrative Schule abschaffen, also das Recht auf Bildung. Denn Kinder mit Behinderung wollen Sie aus den Regelschulen genauso ausschließen
Die sollen gesondert gefördert werden! Jeder nach seinem Bedarf!
Die sollen an Förderschulen gesondert gefördert werden!
Ausgesondert, genau!
wie Kinder mit Migrationshintergrund. Das ist doch der Plan. Sie wollen wieder eine saubere, rein deutsche Schule haben, und das lehnen wir ganz klar ab.
Was hat denn Inklusion mit Deutschsein zu tun? Überhaupt nichts! Das stimmt halt nicht!
Frau Esken hat gerade gesagt, dass ausländische Kinder alle behindert sind, oder was? Ausländische Kinder sind alle behindert, oder was? Oder was heißt Inklusion ansonsten, deutsche Schulen? Bei Ihnen hackt’s doch! Widerwärtig!
Ich sage für uns und für alle anderen Fraktionen hier in diesem Haus: Die Zukunft gehört unseren Kindern – allen Kindern. Sie haben es verdient, dass wir alles dafür tun, dass es eine gute Zukunft wird. Und da ist ganz klar: Damit haben Sie nichts am Hut.
Vielen Dank.
Sie sollten besser Flöte spielen!
