Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wir wollen ein Bündnis mit den USA. Das beruht auf nationalen Interessen und den gemeinsamen kulturellen Wurzeln, aber nicht auf der Mission zur Befreiung der Menschheit von allen Übeln dieser Welt.
Es gibt zwei Sichtweisen auf die 250-jährige US-Geschichte: Die Transatlantiker verklären sie, und die Antiamerikaner verteufeln sie. Beides ist falsch. Die Geschichte der USA ist wie die jeder großen Nation voller Licht und Schatten.
Wir müssen die USA nicht verklären, um mit ihnen verbündet zu sein.
Unser Verhältnis zu den USA und zu Russland wird immer ein anderes sein als das zu China, Indien, Iran oder den arabischen Staaten, weil wir Äste von einem europäischen Stamm sind,
weil wir dieselbe christliche Wurzel haben und natürlich weil 50 Millionen Amerikaner deutsche Wurzeln haben. Und wir sind stolz auf das, was Deutsche beim Aufbau der Neuen Welt geleistet haben. Man könnte sagen: Das waren amerikanisch sprechende Deutsche; so herum stimmt es.
Daran erinnert die Steuben-Parade in New York oder die Carl-Schurz-Straße in Spandau.
Die migrierten deutschen Revolutionäre von 1848/49 spielten bei der Gründung der Republikaner eine ebenso entscheidende Rolle wie auch beim Kampf gegen die Sklaverei. Darum mein Vorschlag an unsere linken Postkolonialisten: ein Denkmal in Friedrichshain-Kreuzberg für die weißen deutschen Männer im amerikanischen Bürgerkrieg.
Wenn jemand gegen die Sklaverei gekämpft hat, dann waren sie das.
250 Jahre US-Geschichte stehen auch für den Mythos von der Einwanderungsgesellschaft mit offenen Grenzen, in der jeder Unglückliche der ganzen Welt aufgenommen wurde. Aristide Zolberg hat in seinem Buch „A Nation by Design“ mit diesem Mythos aufgeräumt. Die Amerikaner haben bewusst ausgewählt, wen sie als Einwanderer haben wollten und wen nicht. So wurde im 19. Jahrhundert die europäische Einwanderung gefördert und die chinesische begrenzt; sonst wären die USA heute chinesisch. Donald Trumps Einwanderungspolitik ist also kein Bruch mit der amerikanischen Tradition; sondern die bewusste Steuerung der Einwanderung über 250 Jahre ist die Grundlage für das US-Erfolgsmodell.
In den letzten 250 Jahren gab es immer zwei Amerika, das Amerika der progressiven Elite und das der kulturellen konservativen Mehrheit, und so ist das auch bei uns. Die progressiven Eliten diesseits und jenseits des Atlantiks glauben, dass wir eine globale Mission haben, die Welt von allen Übeln zu befreien, dass wir für das Schicksal jeden Erdenbürgers verantwortlich sind wie für unsere eigenen Bürger oder noch mehr
und dass unsere nationalen Interessen identisch sind mit den Interessen der gesamten Menschheit. In den USA führte dieser Irrweg zu einer langen Reihe von desaströsen Militärinterventionen wie im Irak oder Afghanistan und in Deutschland zu einer selbstzerstörerischen Flüchtlings- und Klimapolitik.
Die MAGA-Bewegung und die AfD stehen beide für dieselben politischen Ziele: das Ende dieser irren globalen Mission und die Rückkehr zu den Interessen einer ganz normalen Nation.
Das Gebot unserer Zeit heißt: Löst die Probleme von Detroit und Gelsenkirchen statt die von der Ukraine und von Afghanistan.
Und schließen möchte ich mit einem Satz des US-Gründervaters Thomas Jefferson, der heute so gültig ist wie damals und leider sehr aktuell: Wo die Regierung das Volk fürchtet, herrscht Freiheit. Wo das Volk die Regierung fürchtet, herrscht Tyrannei.
Vielen Dank.