Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Deutschland hat auf dem Weg zu einer Reduzierung der Tierversuche einen wichtigen Schritt gemacht: Der Bund wird die konzeptionelle Entwicklung einer nationalen Plattform für tierversuchsfreie Alternativmethoden mit 3 Millionen Euro fördern. Dafür haben wir als Sozialdemokraten uns eingesetzt, das hat der Haushaltsausschuss jetzt beschlossen, und das ist eine gute Nachricht.
Ich danke ganz ausdrücklich unseren Haushältern, die sich dafür auch sehr stark eingesetzt haben.
In den letzten Jahren rückte das Tierwohl zu Recht immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Umgang mit Tieren in allen Lebensbereichen ist eine zutiefst politische und auch moralische Frage geworden, und wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen auch in der Forschung die Weichen für die Zukunft stellen.
Auf der einen Seite sind wir uns in unserer Gesellschaft alle einig, dass Tierversuche eine besondere Rechtfertigung brauchen und diese auf ein unumgängliches Minimum in der wissenschaftlichen Praxis reduziert werden sollen. Auf der anderen Seite gibt es – das zeigt die andauernde Coronapandemie sehr deutlich – ein besonderes öffentliches Interesse an getesteten und für sicher befundenen Medikamenten, Impfstoffen und auch Chemikalien.
Im Sinne des Wissenschaftsstandortes Deutschland erkennen wir an, dass Tierversuche ein wichtiges und zurzeit noch ein unverzichtbares Erkenntnismittel in der biologischen und medizinischen Forschung sind. Tierversuche dürfen aber wirklich nur dann zum Einsatz kommen, wenn es um die Untersuchung komplexer Phänomene geht, die anders nicht erfasst werden können; das heißt, es muss das letzte Mittel sein.
Als Sozialdemokraten haben wir das Ziel einer dauerhaften und nachhaltigen Reduktion von Tierversuchen auf ein notwendiges Mindestmaß. Wir wollen die Entwicklung tierversuchsfreier Alternativmethoden fördern. Es gibt viele innovative Beispiele, um Tierversuche erfolgreich und langfristig zu reduzieren, um das Leiden von Tieren zu minimieren. Häufig fehlen aber noch die notwendigen Schritte, um diese Methoden in die praktische Anwendung zu überführen, sie zu validieren und auch in den Prüfgremien für Medikamente und Chemikalien als Alternativen zu den bisherigen Tierversuchen anzuerkennen.
Deutschland kann hier ein internationales Vorbild werden. Dazu müssen wir eine enge Kooperation zwischen den beteiligten Forschungsorganisationen, den Industriepartnern und den Zulassungsbehörden erreichen. Forschung und Innovation sind immer dann erfolgreich, wenn wir Spitzenforschung und anwendungsorientierte Forschung nicht trennen, sondern zusammenbringen.
Wir wollen zielgerichtet die Weiterentwicklung alternativer Methoden fördern. Dafür wird die nationale Plattform die Grundlagen schaffen. Ich finde, es ist ein wichtiges Signal, dass wir auch in diesen schwierigen Zeiten Konzepte für die Zukunft entwickeln.
Vielen Dank.