Herr Präsident! Herr Kollege Lauterbach, tatsächlich habe ich hier eben – das können Sie im Protokoll ja nachsehen – eine Reihe von Vorschlägen gemacht. Ich sprach von Maskenpflicht, Begrenzung der Kontakte der Haushalte, Teststrategie, Aufklärung auch in Fremdsprachen und Beschleunigung des Impfens.
Zur Ausgangssperre. Eine solche Ausgangssperre ist auch schon von Gesundheitsministern der FDP begrüßt worden. In Flensburg etwa sah sich die sozialdemokratische Oberbürgermeisterin zusammen mit unserem FDP‑Gesundheitsminister bei einem diffusen Infektionsgeschehen und bei noch nicht großem Impffortschritt zu Anfang dieses Jahres zum Einsatz dieses Instruments genötigt. Insofern sind wir da nicht borniert. Aber so, wie Sie das hier in das Gesetz hineinschreiben wollen, ist es eben unverhältnismäßig.
Und lassen Sie mich hinzufügen: Wenn Sie schon mangelnde Vollständigkeit beklagen – das war von mir keine Absicht –, hätte ich mir gewünscht, dass Sie, als Sie gerade die Wirksamkeit einer Ausgangssperre noch einmal unterstrichen haben, auch auf die wissenschaftliche Untersuchung des Beirats der französischen Regierung eingegangen wären, der auf einer breiten Datenbasis den Nutzen der Ausgangssperre über zwei Monate ab 18 Uhr infrage gestellt hat. Es ist die Frage, ob von ihr nicht gar eine negative Wirkung ausgeht – aufgrund der Verdichtung von Kontakten.