Verehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Albert Stegemann, bei deiner Rede ist wieder einmal sehr deutlich geworden, dass die Union ein völlig anderes Staatsverständnis in der Landwirtschaftspolitik besitzt als meine Fraktion und ich. Genau dieses Staatsverständnis – ich komme gleich darauf zu sprechen – ist auch ursächlich für die teilweise sehr prekäre Situation von Tausenden Betrieben in Deutschland. Die Union fordert regelmäßig für die Landwirtschaft finanzielle Unterstützungsmaßnahmen, die quasi harmlos daherkommen und sich Tierwohl-Cent nennen oder vielleicht auch manchmal etwas dramatischer anmuten wie beispielsweise im Ackerbau bei Sonderkulturen. Aber Sie vergessen dabei vollständig, dass all die Umverteilungsfantasien, die Sie haben und denen Sie seit Jahrzehnten folgen, nicht bedingungslos Wirklichkeit werden, nur weil der Staat quasi Geld hineinwirft. Zudem ist Ihre Unterstützung jedes Mal unmittelbar damit verbunden, dass Landwirtschaft so produzieren soll, wie es eine vermeintlich populäre Meinung vorgibt, die Sie transportieren. Das ist fachlich und sachlich häufig genug falsch. Deswegen sage ich Ihnen: Eine zentrale Ursache dafür, warum es Landwirtschaft in Deutschland gegenwärtig so besonders schwer hat,
ist der Umstand, dass Sie über Jahrzehnte mit falschen Anreizen gearbeitet und Produktionsweisen gefördert haben, die fachlich nicht gerechtfertigt waren und so zu der Misere beigetragen haben, verehrte Kolleginnen und Kollegen.
Ich will Ihnen gerne noch einmal, verehrte Kollegen der Union, ins Gedächtnis rufen, was das letzte Jahr geprägt hat. Anders als von Julia Klöckner vorgesehen, ist es uns gelungen, die Anwendungsdauer des Totalherbizids Glyphosat, das extrem wertvoll ist im Bereich der Humusbildung und beim Ackerbau in Hanglagen, in Deutschland über den 31. Dezember 2023 hinaus zu verlängern. Wie gut, dass Ihre Pläne verhindert wurden!
– Da ist eine Zwischenfrage des Kollegen Straubinger.