Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Seit 1980 haben wir in Grundzügen unsere heutige Geschäftsordnung. Da sich sehr viel im Parlamentsbetrieb geändert hat, müssen wir diese grundlegende Reform an ganz vielen Stellen durchführen.
Ich will gleich zu Beginn klarstellen: Dass wir beim Wahlverfahren in Bezug auf die Bundestagspräsidenten etwas ändern würden, ist eben gerade nicht so. Wir ändern die Wahlverfahren bei den Schriftführern, bei den Ausschussvorsitzenden und bei den Vizes.
Übrigens, Herr Kollege Brandner, Sie selbst haben doch kritisiert, dass wir in der Geschäftsordnung keine klaren Regeln über Wahl und Abwahl der Ausschussvorsitzenden haben. Jetzt schaffen wir genau diese Verfahren, und dann ist es wieder nicht recht. Also, da sollten Sie mal Ihre inneren Widersprüche aufklären, Herr Kollege.
Im Kern geht es darum, dass Sie 60 Minuten statt 30 Minuten debattieren möchten. Dazu will ich zunächst, so wie die Kollegin von der Union, sagen: Wir haben schon in der letzten Wahlperiode sehr intensiv über diese Geschäftsordnungsreform debattiert. Ich möchte hier, weil ich mich freue, dass er wieder gesund und munter unter uns sitzt, auch Patrick Schnieder herzlich danken für sein Engagement für die Geschäftsordnungsreform in der letzten Wahlperiode.
Wir haben im Ausschuss sehr intensiv debattiert, insbesondere auch über Ihre Anträge.
Und Ihre Anträge sind wirklich sehr, sehr dünn. Selbstverständlich haben wir uns angehört,
was Sie möchten. Sie wollen die Redezeit angezeigt haben. Dabei haben wir da oben die Uhr, und es wird sekundengenau in der Fragestunde angezeigt. Sie wollen weniger Zeit für die Ausschüsse, weil die dann nicht mehr während der Plenumszeiten tagen dürfen. Sie wollen mehr Intransparenz, wenn es darum geht, wer welchen Sachverständigen benannt hat. Also, all das sind rückwärtsgewandte Anträge.
Ehrlich gesagt, vielleicht sollten Sie froh sein, dass wir nur so kurz debattieren,
damit nicht noch deutlicher wird, dass Sie Probleme haben, Ihre Redezeit zu diesen dünnen Anträgen überhaupt auszufüllen.
Zum Schluss. Herr Kollege Brandner, ich habe einen Verdacht.
Ich glaube, dass Sie mit Ihren Reden bei Youtube Geld verdienen, dass Sie dort Werbeeinnahmen generieren.
Also geht es Ihnen gar nicht darum, hier die Debatte zu bereichern, sondern Sie wollen längere Redezeit haben, damit Sie bei Youtube mehr Geld verdienen. Darum geht es Ihnen doch.
Und das machen wir nicht mit. Es reicht, ausführlich und intensiv 30 Minuten zu debattieren.
Ich habe jetzt auch nur zwei Drittel meiner Redezeit gebraucht. Wenn man sich Mühe gibt, kann man manchmal auch kurz und knapp etwas in die Öffentlichkeit rüberbringen.
Vielen Dank.