Zum Inhalt springen
47. Sitzung
Donnerstag, 4. Dezember 202521. Wahlperiode, 47. SitzungSteuergerechtigkeit stärken und Steuerbürokratie abbauen
23 VermerkeReaktionswert: sehr hoch904 Wörter Im Protokoll lesen
Rednerwechsel

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Heute beschäftigen wir uns auch mit einem Antrag der Grünen, und ich gebe zu: Dieser Antrag gibt viel her, nur nichts, was Deutschland besser oder gerechter macht.

Dann haben Sie ihn aber nicht durchgelesen!

Schauen wir uns die Kernpunkte mal genauer an: Sie behaupten ernsthaft, die Pendlerpauschale müsse reformiert werden, weil vor allem Männer davon profitierten, da sie weiter zur Arbeit fahren als Frauen. Damit sichern Sie sich den Preis für das absurdeste Argument des Tages. Herzlichen Glückwunsch! Was hat das aber mit Steuergerechtigkeit zu tun?

Beifallbei der AfD
Zurufeder Abg. Sascha Müller [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] und Stefan Schmidt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Wer Entlastungen danach bewertet, welchem Geschlecht sie nutzen, macht keine Steuerpolitik, sondern Identitätspolitik. Und die hilft nicht, die schadet. Wir brauchen weder Klassenkampf noch einen Krieg der Geschlechter.

Weiter geht’s: Sie wollen ein einkommensunabhängiges Alleinerziehendengeld einführen – zusätzlich zum Kindergeld, völlig unabhängig vom Einkommen. Wie wollen Sie eigentlich Ihren Wählern erklären, dass ein Alleinerzieher mit 5 000 Euro brutto im Monat und nur einem Kind zusätzlich zum Kindergeld jeden Monat ein Alleinerziehendengeld erhalten soll? Einkommensunabhängig!

Das ist bestimmt die gesellschaftliche Realität! Nicht?

Zurufder Abg. Karoline Otte [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Das ist doch Irrsinn. Auch das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun.

Beifallbei der AfD

Es wirkt, als würden Sie Anreize für Scheidungen schaffen wollen.

Das ist deren Lebensmodell!

Dazu passt auch Ihre grundsätzliche Forderung, das Ehegattensplitting abzuschaffen. Sie und Ihre linke Woke-Agenda wollen traditionelle Familien zerstören.

So ein Unsinn!

Wir dagegen wollen sie unterstützen, indem wir aus dem Ehegattensplitting ein Familiensplitting machen.

Zurufder Abg. Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Das heißt: Je mehr Kinder, desto weniger Steuern. Ab dem dritten Kind soll die Einkommensteuer entfallen.

Beifallbei der AfD

Während das Wachstum in Deutschland stagniert, wollen Sie weitere Sozialgelder schaffen, statt Ausgaben zu reduzieren.

Sie mit Ihren 70 Prozent Rentenniveau! Das ist doch nicht zu finanzieren!

Nächster Punkt: Sie möchten emissionsfreie dienstliche Fortbewegungsmittel – Fahrräder, E-Scooter, E-Roller; alles „E“ – bis 8 000 Euro Bruttolistenpreis steuerfrei stellen, sofern sie auch privat genutzt werden dürfen. Grüne Klientelpolitik pur.

Das ist doch eine gute Sache, oder?

Wer profitiert davon? Menschen in urbanen Zentren, nicht die Pendler auf dem Land, denen Sie gleichzeitig die Pendlerpauschale wegnehmen wollen. Gerecht ist daran nichts.

Beifallbei der AfD

Weiter fordern Sie, in amtlichen Formularen und Portalen wie ELSTER verpflichtend geschlechtsneutrale Formulierungen inklusive der Kategorie „divers“ einzuführen.

Hatten wir schon!

Spätestens hier ist klar: Ihr Antrag hat mit Steuerpolitik ungefähr so viel zu tun

Hat Ihre Rede auch nicht!

wie Ihre Genderpolitik mit gesundem Menschenverstand.

Heiterkeitund Beifall bei der AfD

Ein besonderes Highlight haben Sie sich zum Schluss aufgehoben. Sie wollen Demokratie und Gemeinwohl stärken, indem Sie Gewerkschaftsbeiträge steuerlich fördern. Auch das: reine Klientelpolitik.

Ist das jetzt wirklich Ihr einziges Argument gegen unseren Antrag?

Wenn Sie hier von „Demokratie stärken“ sprechen, wissen wir doch ganz genau, was Sie meinen: Sie wollen den Wählerwillen von inzwischen rund 27 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland ausgrenzen. Sie wollen unsere demokratisch gewählte Partei delegitimieren, politisch isolieren und am liebsten verbieten.

Nach solchen Reden ist das ja kein Wunder, oder?

„Demokratisch gewählt“ heißt ja nicht, dass Sie Demokraten sind!

Doch Ihre Vorstellung von Demokratie hat am vergangenen Samstag in Gießen ihre Fratze gezeigt: Blockaden, Vermummte, verletzte Polizisten, gezielte Gewalt gegen Andersdenkende. Und aus Ihrem politischen Lager? Kein klares Wort der Distanzierung, kein Aufruf zur Deeskalation.

Haben Sie Frau Mihalic gestern nicht zugehört?

Lieber wird mitgelaufen und mitgemacht. Sogar liberale Journalisten wie Paul Ronzheimer werden als „Nazi“ beschimpft. Sie reden von Demokratie – aber wenn Millionen Menschen die AfD wählen, dann ist das für sie kein Ausdruck des Volkswillens, sondern ein Fehler, den man bekämpfen muss. Das ist nicht demokratisch, das ist blanke Doppelmoral.

Beifallbei der AfD

Es ist ein Angriff auf die politische Kultur und den gesellschaftlichen Frieden unseres Landes.

Während Sie mit CO2-Bepreisung, Kernkraftfeindlichkeit und ideologischer Verbotspolitik für angebliche Klimagerechtigkeit kämpfen, geht unsere Volkswirtschaft zugrunde. Und mit Ihrem Antrag liefern Sie keine Kurskorrektur ab, sondern ein planwirtschaftliches Weiter-so in die Depression.

Zurufdes Abg. Max Lucks [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Ich könnte noch Dutzende Punkte aus Ihrem Antrag nennen, aber

… es wird nicht besser!

die Richtung ist klar:

Im Gegensatz zu Ihnen machen wir Politik für die Menschen! Nicht für Oligarchen wie Putin!

Ihr Antrag ist schlecht – schlecht für Deutschland, schlecht für die Bürger und gerecht schon gar nicht.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, die Sie hier oben auf der Tribüne sitzen, wenn Sie echte Steuergerechtigkeit wollen, wenn Sie eine Politik für dieses Land wollen, dann wählen Sie die AfD! Wir lehnen diesen Antrag entsprechend entschieden ab.

Vielen Dank.

Beifallbei der AfD
Lachendes Abg. Stefan Schmidt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]
Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Ähnliche Reden