Sehr geehrte Frau Präsidentin! Guten Tag, liebe Kolleginnen und Kollegen! Guten Morgen, liebe Studenten, unabhängig davon, ob Sie BAföG beziehen oder nicht! BAföG ist eine gute Sache. Es steht für Bildungsgerechtigkeit, es steht für das Aufstiegsversprechen der Bundesrepublik, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Aber was wir nicht brauchen, liebe Grüne, das ist ein Förderabo für die Planlosen. Was Sie hier beantragen, das ist ein Rundum-sorglos-Paket für linke Langzeitstudenten.
Die Wohnkostenpauschale soll abhängig vom Wohnort erhöht werden. Ja, wem das WG-Zimmer in München-Schwabing mit 1 100 Euro zu teuer ist, der könnte einfach auch in Siegen studieren. Im Siegerland gibt es auch eine Universität.
Alles wäre viel günstiger. Warum denn nicht?
Dann möchten Sie die Flexibilisierung bei der Altersgrenze. Sie wollen sie auf 45 Jahre anheben. Frau Gohlke, ich glaube, Sie fallen nicht mehr darunter,
aber für Ihre Kollegen bietet das ganz neue Möglichkeiten. Wenn sie dem 22. Bundestag vielleicht nicht mehr angehören sollten, weil die Wahlergebnisse es nicht mehr hergeben, können sie also ein Zweit- oder Drittstudium beginnen und BAföG beziehen. Das ist weniger als ihre Abgeordnetendiät, aber es ist auch ganz okay.
Dann gibt es noch die Flexibilitätssemester, um – ich zitiere – „unterschiedliche Lebensumstände und […] Studienverläufe besser abfangen zu können“. Ich sage Ihnen: Das hätte ich mir als alter Verbindungsstudent zwischen Paukboden und Biertresen sehr gerne gewünscht, selbstverständlich nicht ohne danach.
Aber muss das der Steuerzahler wirklich bezahlen? Deutschland braucht doch etwas ganz anderes – wir haben gestern im Ausschuss darüber gesprochen –: Wir brauchen Macher, wir brauchen Azubis, wir brauchen Arbeiter, Facharbeiter, keine Sozialarbeiter. An meinem Berufskolleg in Siegen weiß man nicht mehr, wie man die Eingangsklassen für Bäcker, Metzger oder Köche überhaupt noch füllen soll. Wir brauchen Meister, und wir brauchen Master. Und wenn die Heizung ausfällt, liebe Grüne, dann hilft Ihnen – Frau Haßelmann, drehen Sie sich gerne um, vielleicht ist das auch bei Ihnen mal der Fall – der Politologe eben überhaupt nicht, dann brauchen Sie einen Heizungsbauer.
Und warum ist das Leben in Deutschland denn so teuer, sodass Sie jetzt die BAföG-Sätze anpassen wollen? Es ist so teuer, weil Sie, liebe Grüne, es genau so wollen. Sie wollen doch die CO2-Bepreisung. Sie alle wollten den Teuro. Sie wollen kein billiges russisches Gas. Sie wollen auch teure Mieten, weil Sie keine Abschiebungen wollen. Remigration schafft Wohnraum, auch in den Universitätsstädten, und dann werden die Mieten auch für die Studenten wieder günstiger.
Wir brauchen Macher, wir brauchen Malocher, wir brauchen Fachkräfte, und die kommen meistens nicht mit dem Schlauchboot.
BAföG ist eine Aufstiegsleiter und nicht als soziale Hängematte gedacht, keine Rundumversorgung.
Wir brauchen ein fleißigeres Deutschland, und fleißiger wird Deutschland, Frau Esken, nur mit der Alternative für Deutschland. Sie haben noch 11, 12 Prozent, das ist recht wenig.