Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! 250 Jahre in drei Minuten ist sportlich; deswegen wiederhole ich nicht alles, was viele der Kollegen hier eben richtigerweise gesagt haben.
Die Staatsgründung der Vereinigten Staaten von Amerika war etwas Einzigartiges. Sie war, wie ich finde, in zweierlei Hinsicht einzigartig und besonders mutig.
Zum einen musste diese Freiheit natürlich erkämpft werden. Es hat vorher Kämpfe gegeben, und diese haben mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Nordamerika – so hießen sie, glaube ich – nicht aufgehört.
Es waren viele, die dazu beigetragen haben. Neben den bekannten Gründungsvätern und sicherlich auch vielen Frauen, die an der Gründung Amerikas – an der Freiheit und Unabhängigkeit – ihren Anteil hatten, was aber von der Geschichte leider nicht überliefert wurde, waren auch viele dabei, die nicht in Amerika geboren waren, sondern Einwanderer oder Personen waren, die danach möglicherweise wieder nach Europa zurückgingen, zum Beispiel Peter Hasenclever aus Remscheid. Er hat in Solingen Messerschmied gelernt und dann die Long Pond Ironworks in New Jersey gegründet. Das war eine wichtige Waffenschmiede für die Truppen der Kontinentalarmee, für die Truppen George Washingtons. Dort wurden Kanonen und andere wichtige Dinge gebaut, die den Freiheitskampf möglich gemacht haben.
Die Staatsgründung war zweitens ungeheuer mutig, weil man eben nicht eine neue Monarchie nach britischem Vorbild auf dem Kontinent Nordamerika gegründet hat, sondern etwas völlig Neues gewagt hat. Mehr als zehn Jahre vor der Französischen Revolution hat man mit der Verfassung, die damals entstand, eine völlig neue Staatsordnung geschaffen.
Die Vereinigten Staaten von Amerika haben auf der Basis dieser Staatsordnung, wie sie dann wenige Jahre nach der Staatsgründung in der Verfassung festgelegt wurde, eine ungebrochene Linie bis heute. Es führt eine ungebrochene Linie vom Ersten Kongress der Vereinigten Staaten von Nordamerika im Pennsylvania State House in Philadelphia bis hin zum heutigen Kongress, vom ersten Präsidenten George Washington bis zum heutigen 47. Präsidenten Donald Trump.
Natürlich war die Verfassungswirklichkeit keineswegs so, wie sie sich die Gründerväter vorgestellt haben oder wie auch wir sie uns nach heutigen Maßstäben vorstellen. Die Frauenrechte mussten erkämpft werden, die Sklaverei musste abgeschafft werden, und auch die Rechte der indigenen Völker Amerikas sind erst nach langer Zeit und nach langen Kämpfen durchgesetzt worden. Aber Amerika hat eben immer die Kraft gehabt, seine eigenen Probleme aus sich selbst heraus, auf der Basis dieser Verfassung zu bewältigen. Und das macht Amerika einzigartig.
Das gibt mir auch die Zuversicht, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eine gute Zukunft haben werden. Bei allen Problemen, zum Beispiel die Polarisierung der Gesellschaft, die man in Amerika, aber natürlich auch außerhalb, seitens der Freunde Amerikas, beklagt, wird Amerika eine gute Zukunft haben, weil es einfach ein Land mit unendlicher Kraft ist und die Fähigkeit hat, sich selbst zu behaupten und sich selbst immer wieder neu zu erfinden und zu verbessern.
In diesem Sinne: Glückwunsch, Amerika!