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89. Sitzung
Donnerstag, 9. Juli 202621. Wahlperiode, 89. SitzungBeratung des Antrags der Abgeordneten Martin Erwin Renner, Dr. Götz Frömming, Ronald Gläser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD — Einsetzung einer Enquete-Kommission „Informations- und Kommunikationsordnung des 21. Jahrhunderts“
12 VermerkeReaktionswert: hoch352 Wörter Im Protokoll lesen

Sie haben gerade eine Studie zitiert. Ich habe darauf hingewiesen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in jeder Studie das größte Vertrauen der Menschen erhält, wenn es um die Frage geht, welchen Medien sie vertrauen. Das mag Ihnen nicht gefallen, aber es ist so; das ist die Faktenlage.

Beifallbei Abgeordneten der SPD und der Abg. Dr. Ottilie Klein [CDU/CSU]

Und wissen Sie, was Vertrauen schafft? Wenn man ehrlich mit den Menschen umgeht.

Beifalldes Abg. Helge Limburg [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Mit Blick auf Sachsen-Anhalt tun Sie so, als würden Sie in Zukunft nicht nur die Rundfunkstaatsverträge kündigen, sondern auch den Rundfunkbeitrag abschaffen. Herr Brandner fordert das überall. Immer, wenn man „Stephan Brandner Rundfunkbeitrag“ googelt – das habe ich mal gemacht; das war nicht vergnügungssteuerpflichtig –, liest man: Rundfunkzwangsbeitrag abschaffen!

Zurufdes Abg. Stephan Brandner [AfD]

Ehrlich gesagt: Es funktioniert doch gar nicht. – Selbst wenn Sie den Rundfunkstaatsvertrag in Sachsen-Anhalt kündigen würden – wir haben heute gehört, wie lang die Fristen sind –, würde das doch nicht dazu führen, dass der Rundfunkbeitrag entfällt.

Zurufeder Abg. Stephan Brandner [AfD] und Beatrix von Storch [AfD]

Es gibt klare Urteile des Bundesverfassungsgerichts. Der Rundfunkbeitrag ergibt sich überhaupt nicht aus den Rundfunkstaatsverträgen, sondern aus Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts.

Beifallbei Abgeordneten der SPD und der Abg. Dr. Ottilie Klein [CDU/CSU] und Helge Limburg [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Es wäre gut, wenn Sie den Menschen auch mal die Wahrheit und nicht so einen Quatsch erzählen würden.

Beifallder Abg. Maja Wallstein [SPD]

Sie können den Rundfunkbeitrag gar nicht abschaffen,

Wir nicht! Die Bundesländer können das!

und auch sonst können Sie nichts abschaffen. Auf die Kündigungsfristen sind wir an dieser Stelle schon eingegangen.

Das Bundesverfassungsgericht hat im Grunde auch festgelegt, dass, wenn Sie einen Rundfunkstaatsvertrag kündigen würden, der verfassungsrechtliche Auftrag bestehen würde, eine lückenlose Ersatzlösung zu präsentieren. Dafür haben Sie ja nicht mal eine Idee.

Zurufdes Abg. Martin Erwin Renner [AfD]

Sie schreiben an manchen Stellen, Sie wollen irgendeinen ominösen Grundfunk gründen; keine Ahnung, was das sein soll, Sie wissen es wahrscheinlich selbst nicht.

Zurufdes Abg. Sven Wendorf [AfD]

Diese Neuordnung müsste der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts entsprechen. Der Grundfunk, den Sie immer wieder propagieren, ist jedenfalls viel zu schwammig und würde diese Anforderung nicht erfüllen.

Zurufvon der AfD: Das können Sie gar nicht sagen: „schwammig“!

Ihre Vorschläge folgen der Vorschlaghammermethode und zielen auf maximale Zerstörung. Sie haben keinen Plan, wie Sie aus den möglichen Trümmern eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks wieder Vertrauen aufbauen wollen. Sie täuschen die Menschen vor allem mit der Aussage, dass es durch die AfD besser werden würde. Durch die AfD würde in diesem Land nichts besser werden.

Zurufdes Abg. Stephan Brandner [AfD]

Deswegen stimmen wir dem Antrag auch nicht zu.

Vielen Dank.

Beifallbei der CDU/CSU und der SPD

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