Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die anstehende Weltmeisterschaft zeigt: Keine Sportart bewegt die Menschen in unserem Land so sehr wie der Fußball. Morgen beginnt ein Turnier, das Millionen Menschen vor den Bildschirmen fesselt.
Doch in unseren Stadien sehen wir auch immer wieder Bilder, die mit der Faszination dieses Spiels nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. Wenn Bengalos in Menschenmengen fliegen, wenn Zuschauer verletzt werden, wenn mein neunjähriger Sohn seine Wasserflasche am Stadioneingang abgeben muss, während andere Pyrotechnik ganz offensichtlich ins Stadion schmuggeln, dann offenbart sich ein Problem bei der Durchsetzung von Regeln und der Konsequenz gegenüber Gewalt.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin selbst Fußballfan, und ich weiß: Der überwiegende Teil der Fans ist friedlich; ja, die Zahl der Straftaten geht zurück. Aber die Brutalität der Ausschreitungen nimmt zu, ebenso wie die Zahl verletzter Einsatzkräfte. Der Einsatz von Pyrotechnik, Angriffe mit Steinen und Gehwegplatten auf Einsatzkräfte sind eben keine Fankultur. Das ist Gewalt, und die akzeptieren wir nicht.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, was dabei nicht hilft, ist der Antrag der Linken. Mit Ihrer Missachtung der föderalen Ordnung in Deutschland, mit Ihrer Romantisierung von Gewalt, mit Ihrem Misstrauen gegenüber unserer Polizei stellen Sie einmal mehr unter Beweis, dass Sie nicht Teil, sondern Gegner unseres Rechtsstaates sind. Wenn Gullydeckel und Gehwegplatten auf Einsatzkräfte fliegen, wenn Hunderte Vermummte versuchen, Fanbusse zu stürmen, wenn sich Familien rund um Fußballspiele nicht sicher fühlen, dann ist Nachsicht fehl am Platz.
Darüber habe ich auch mit dem DFB-Vize Hermann Winkler und Vertretern des sächsischen Fußballs gesprochen. Ich schätze die Aktivitäten von Fanklubs und Vereinen sehr. Wenn wir aber alle nicht wollen, dass Spiele ohne Zuschauer stattfinden, wenn wir alle nicht wollen, dass gerade kleinere Vereine durch Sicherheitskosten überfordert werden, wenn wir alle miteinander nicht wollen, dass am Ende Stehplätze abgeschafft werden müssen, dann braucht es mehr Anstrengung, mehr Ernsthaftigkeit, mehr Konsequenz auch bei den Vereinen und Veranstaltern.
Lassen Sie mich abschließend sagen: Rund um Fußballspiele sorgen Woche für Woche viele Einsatzkräfte für Sicherheit und Ordnung. Dafür gilt ihnen mein ausdrücklicher Dank.