Sehr geehrtes Präsidium! Meine Damen und Herren! Die deutsche Fankultur im Fußball ist einzigartig. Sie steht für Heimat, Leidenschaft, Ehrenamt und Zusammenhalt von der Bundesliga bis zum Dorfverein, also von Bayern München bis zum VfB Krieschow. Choreografien, Gesänge, Auswärtsfahrten, Spendenaktionen und soziales Engagement – all das wird von Fans getragen, die Woche für Woche ihre Freizeit, ihr Geld und ihr Herzblut investieren.
Genau deshalb ist es bemerkenswert, wer sich heute plötzlich als Schutzpatron der Fans aufspielt: Grüne und Linke. Ausgerechnet diese Parteien beklagen nun Stigmatisierung, Generalverdacht und Spaltung der Fanszene. Dabei haben sie über Jahre selbst genau daran mitgewirkt – mit Anfragen, Anträgen und Kampagnen, in denen Teile der Fanszene immer wieder politisch etikettiert wurden. Mal waren es rechte Hooligans, mal waren es Nazis in den Stadien, die sie sahen, mal angebliche Unterwanderung ganzer Fankurven. Meine Damen und Herren, das ist keine Fanpolitik; das ist politische Heuchelei.
Wer jahrelang Fangruppen in die rechte Ecke drückt, wer unliebsame Fans moralisch abwertet und ganze Fangruppen unter Verdacht stellt, der sollte sich heute nicht als Anwalt der Fankultur inszenieren.
Die Berichte der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze zeigen rückläufige Zahlen bei Verletzten und eingeleiteten Strafverfahren. Auch die Zahl der polizeilichen Einsatzstunden ist zurückgegangen. Mit anderen Worten: Der Stadionbesuch in Deutschland ist sicherer als manche Zugfahrt oder ein Weihnachtsmarktbesuch. Ja, Straftaten müssen verfolgt werden; ja, Gewalt und Extremismus haben im Stadion nichts verloren. Sie haben auch in unserem Alltag nichts zu suchen. Genau darum müssen sich die Innenminister kümmern, nämlich um die zunehmende Gewalt, die importiert wird. Darum brauchen wir keine Belehrung von Moralpolitikern für Fans,
sondern wir brauchen Respekt, Dialog und faire Behandlung. Wir stehen zur deutschen Fankultur mit all ihren Ecken und Kanten.
In diesem Sinne: Sport frei!