Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es gibt Kinofilme, da weiß man schon beim Trailer: Das wird nicht gut; dafür gibt es höchstens die Goldene Himbeere. Das sind meistens Aufführungen mit schrillen Tönen, grellen Farben, einer verworrenen Erzählung und überambitionierten Schauspielerinnen und Schauspielern.
Ich finde, der letzte Parteitag der Linken hat sich die Auszeichnung mit der Goldenen Himbeere redlich verdient,
und Ihre Debattenbeiträge heute knüpfen nahtlos daran an. Das war ein wirklich schlechter Film, mit dem wir uns deswegen parlamentarisch beschäftigen, weil er heute linke Realität ist. Linke Realität heute ist Drama, Dystopie und Komödie gleichzeitig. Das alles erinnert ein bisschen an die Minions, die immer wieder einen neuen bösen Boss suchen, dann aber regelmäßig unzufrieden mit ihm sind. Ihr 50-Prozent-Miniboss sitzt seit einer Stunde hier Kaugummi kauend, steht nicht auf der Rednerliste, grinst kommentarlos; und das ist einfach nur beschämend.
In einem Film wäre das noch zu ertragen; aber Ihre Positionen nehmen wir schon ernst und bekämpfen sie. Sie distanzieren sich – ausweislich der Reden auf Ihrem unsäglichen Parteitag – von Marktwirtschaft, der Bundeswehr und wichtigen internationalen Partnern Deutschlands. In unsäglicher Weise arbeiten Sie sich ab an Israel, den USA, der NATO und an unserem ach so unterfinanzierten Sozialstaat. Sie verkürzen politische Sachverhalte unzulässig, und Sie schaffen es nicht, Ihre extremistischen Vorfeldorganisationen und grassierenden Antisemitismus – wir haben es mehrfach besprochen – zu stoppen. Kein Ton zu Ihren unsäglichen Aussagen auf dem Parteitag!
Mit solchen Positionen stellt sich Die Linke heute gegen die Grundlagen der Bundesrepublik Deutschland.
Deswegen werden Sie von diesem Rednerpult aus den schärfsten Widerspruch der Christdemokratie für Ihre Ansichten ernten. Mit unserem Weltbild ist das schlicht unvereinbar.