Tagesordnungspunkt 26 · 19. Wahlperiode
Bundestagsdebatte vom 30. Oktober 2020 · 187. Sitzung
Der Reaktionswert ist eine Heuristik aus protokollierten Zwischenrufen, Lachen, Kommentaren und Zwischenfragen. Er misst weder Qualität noch politische Bedeutung.
Die Ausschnitte dienen der Orientierung. Der Permalink öffnet den vollständigen, maschinell strukturierten Wortlaut.
1. Rede · Christine Lambrecht · SPD
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt wohl kaum Verbrechen, die so widerlich sind und die uns alle so erschüttern, wenn über sie berichtet wird, wie sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Sie trifft uns ins Mark, und sie fordert uns zu Recht auf, zu handeln – mit allen Möglichkeiten, die wir haben.
2. Rede · Tobias Matthias Peterka · AfD
Guten Morgen, Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen! Das Thema ist derart unappetitlich, dass man sich wünschte, es weniger oft angehen zu müssen. Kinder sind die schwächsten, schutzbedürftigsten Mitglieder unserer Gesellschaft – wobei auf diesen Schild ja regelmäßig ganz andere Gruppen gehoben werden. Kinder sind in l
3. Rede · Thorsten Frei · CDU/CSU
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Es ist schon schwer erträglich“ – so hat es ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln formuliert, als er über den Missbrauchsskandal in Bergisch Gladbach gesprochen hat, wo ein Vater seine Tochter, die 2017 geboren wurde, dutzendfach missbraucht hat bzw. Gew
4. Rede · André Hahn · Die Linke
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das Thema „sexualisierte Gewalt“ lässt in diesem Hause sicher niemanden kalt, und wir sind uns hoffentlich alle darin einig: Bei sexueller Gewalt gegen Kinder darf es nur null Toleranz geben. Die davon Betroffenen tragen ihre traumatischen Erfahrungen oft durch das ganze Leben. S
5. Rede · Annalena Baerbock · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Münster, Bergisch Gladbach, Lügde, Staufen – jeder einzelne Fall steht für ein zerstörtes Kinderleben. Daher ist es absolut wichtig und richtig, dass Sie heute diesen Gesetzentwurf hier einbringen und dass die Bekämpfung von sexualisierter Gewalt an Kindern eben ga
6. Rede · Dirk Wiese · SPD
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lügde, Bergisch Gladbach, Staufen – diese drei Orte haben uns in menschliche Abgründe blicken lassen. Sie haben uns vor Augen geführt, was Menschen Kindern für Gräueltaten antun können, was Menschen Menschen antun können. Es ist richtig, dass wir zukünftig d
7. Rede · Mariana Iris Harder-Kühnel · AfD
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Vor vier Monaten habe ich hier den Rücktritt von Ihnen, Frau Lambrecht, gefordert. Ich habe Ihren Rücktritt gefordert, weil Sie den sexuellen Missbrauch von Kindern damals weiterhin als bloßes Vergehen und nur in besonders schweren Fällen als Verbrechen einst
8. Rede · Jan-Marco Luczak · CDU/CSU
Herr Präsident! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Das Ausmaß, die Brutalität, ja die Monstrosität der zuletzt aufgedeckten Straftaten – der sexuelle Missbrauch und die Orte sind hier genannt worden – machen uns alle fassungslos. Es geht um die Schwächsten in unserer Gesellschaft, unsere Kinder, deren Seele
9. Rede · Susann Rüthrich · SPD
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute beraten wir einen umfangreichen Gesetzentwurf zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt. Unsere Justizministerin und wir als Gesetzgebende gehen damit einen wichtigen Schritt. Das ist allerdings erst ein Schritt auf einem langen Weg; denn mit de
10. Rede · Alexander Hoffmann · CDU/CSU
Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mit dem Gesetzentwurf, den wir heute vorliegen haben, gehen wir – Frau Ministerin, ich glaube, man kann es so sagen – einen gewaltigen Schritt nach vorne. Und ich will ausdrücklich Danke sagen, dass wir jetzt auch
11. Rede · Alexander Hoffmann · CDU/CSU
Danke, Herr Präsident. – Frau Kollegin, zwei Punkte. Punkt eins. Ich habe Sie gemessen an einer Aussage, die Sie selbst getätigt haben, und zwar unter Zeugen; der Kollege Müller hat es genauso wahrgenommen wie ich. Ich glaube, es ist bei einem solchen Thema unseriös, wenn Sie sich dann hinstellen und sagen: Nein, das h
12. Rede · Jürgen Martens · FDP
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Frau Bundesministerin, Sie haben in Ihrer Rede dankenswerterweise klargemacht, warum die Bundesregierung diesen Gesetzentwurf hier einbringt. Der Kollege Frei hat auch noch mal dargestellt, warum es uns alle etwas angeht, warum wir uns darum kümmern müssen, dass wir
13. Rede · Jürgen Martens · FDP
Ja, bitte.
14. Rede · Sylvia Pantel · CDU/CSU
Herzlichen Dank. – Sie sprechen gerade von Prävention. Da frage ich Sie, ob Sie wissen, dass überall bei den Tätern bei uns in Nordrhein-Westfalen, die sich an Kindern vergangen haben, Kindersexpuppen gefunden wurden, und auch, ob Sie wissen, dass es dazu sehr wohl psychologische Empfehlungen und Briefe und Schreiben g
15. Rede · Jürgen Martens · FDP
Frau Kollegin, es ist sicherlich so, dass in diesen Fällen auch solche Gegenstände vor Ort gefunden werden, aber daraus kann man noch keine Kausalzusammenhänge herstellen, dass derjenige, der so etwas hat, automatisch dann auch zum Täter solcher Taten wird. Das ist nicht belegt. Genauso wenig war es früher belegt, dass
16. Rede · Annalena Baerbock · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Sie rufen jetzt schon dazwischen: Austeilen und nicht einstecken können. – Ja, dann frage ich mich, ob Sie hier richtig zuhören. Ich frage mich wirklich, was der Sinn von parlamentarischen Debatten und parlamentarischen Beratungsverfahren ist, wenn hier reflexhaft zweimal hintereinander mit Unterstellungen gearbeitet w
17. Rede · Annalena Baerbock · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Es ist nach wie vor nicht – – und Sie haben die Zeit jetzt überschritten. Wenn Sie mit Ihrer Zwischenbemerkung bitte zum Ende kommen.
18. Rede · Annalena Baerbock · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Ich komme zum Schluss. – Wir haben das Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität vorgelegt, das gerade für den Schutz von Kindern essenziell gewesen wäre. Es ist bis heute nicht in Kraft. Also: Wenn Sie was tun wollen, sorgen Sie dafür, dass es endlich in Kraft tritt. Herzlichen Dank.
19. Rede · Nadine Schön · CDU/CSU
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zum Ende dieser doch sehr emotionalen Debatte möchte ich mich erst mal bedanken: bei meinen Kolleginnen und Kollegen in den Arbeitsgruppen Recht und Familie aus unserer Fraktion und auch der SPD-Fraktion, die sich in den letzten Monaten und eigentlich auch in den letzten
20. Rede · Nadine Schön · CDU/CSU
Ja, gerne.
21. Rede · Ekin Deligöz · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Frau Kollegin Schön, wenn Sie mit dem, was Sie hier sagen, meine Fraktion meinen, weise ich das wirklich zurück. Ich möchte Sie darauf hinweisen – und das wissen Sie sehr genau –, dass ich mich für unsere Fraktion sehr intensiv mit diesem Thema befasst habe, sehr viele Gespräche geführt habe, auch sehr viele Gespräche
22. Rede · Nadine Schön · CDU/CSU
Liebe Kollegin, ich weiß das. Ich weiß, dass Sie sich selbst ganz engagiert um dieses Thema kümmern, so wie viele Kolleginnen und Kollegen der Grünen das in den unterschiedlichsten Bereichen machen. Das will ich Ihnen nicht absprechen, und so wollte ich meine Aussage nicht verstanden wissen. Es gehört aber auch zur Wah
23. Rede · Nadine Schön · CDU/CSU
Ja, gerne.
24. Rede · Renate Künast · BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Jemand sagte: Wir können schon Fehler eingestehen. – Als Fraktion, die hier angibt, sie hätte sich immer darum gekümmert, würde ich die Füße stillhalten. Ich komme jetzt zum Punkt, Frau Kollegin. Sie sagten hier gerade, was schon alles in Kraft getreten sei. Wenn ich das richtig sehe, sind die Dinge, von denen Sie rede
25. Rede · Nadine Schön · CDU/CSU
Also, die Regelungen zu den Ermittlungsmöglichkeiten, von denen ich gesprochen habe, sind in Kraft. Man kann computergeneriertes Material erzeugen, und dadurch kommen die Ermittler heute in die Foren, die ihnen vor einigen Jahren noch versperrt gewesen waren. Das zum einen. Zum anderen. Ja, in dem Gesetz sind wichtige